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Gedichte / Songs verfilmen? - 2. Teil: Beispiel Goethe

norberto42 | 24 Juni, 2009 09:15

Am Beispiel von Goethes "Mailied" (bzw. "Maifest") kann man noch einmal diskutieren, ob man Gedichte und Songs verfilmen kann oder soll - siehe die alte Diskussion mit rip! Man muss fairerweise Schüler-Verfilmungen, die offenbar modern werden, mit Schülerinterpretationen vergleichen und mit Schüler-Rezitationen. Von den letzteren gibt es keine Beispiele, also von reinen Rezitationen; dafür habe ich Fritz Stavenhagen und Lutz Görner im Programm. Die Vertonung durch Beethoven ist nicht das Nonplusultra, denke ich - sie bleibt zeitgebunden.

Analysen (deren gibt es noch mehr, aber nicht bessere):   
http://lyrik.antikoerperchen.de/johann-wolfgang-von-goethe-maifest,textbearbeitung,89.html
(Schülerarbeit, viele „Stilmittel“, kennt nicht das lyrische Ich)  http://privat.oliverkuna.de/deutsch.php?doc=20 (Schülerarbeit, hilflos)
http://schulkrams.zweipage.de/textseite_63226875.html (Schülerarbeit)

Illustration:
http://www.youtube.com/watch?v=fzjQM0PC8ho (Illustration, verfehlt wie alle derartigen Projekte die sprachlichen Besonderheiten des Gedichts)
http://www.youtube.com/watch?v=JeZb92Xd5PI (ähnliches Produkt)
http://www.youtube.com/watch?v=9UnlMNSosrY (ähnlich, aber schlimmer)
http://www.youtube.com/watch?v=YlqtUZAFnvg (audio-visuelle Interpretation, dafür völlig textfrei - hat durchaus Charme, aber was hat sie mit dem Gedicht zu tun?)

Rezitation:
http://www.deutschelyrik.de/start/Autoren/E-G/Goethe/prod/MailiedMaifest.html?xz=0&ci=27
(Fritz Stavenhagen, sehr gut)   
http://www.rezitator.de/gdt/280/ (Lutz Görner)
http://www.rezitator.de/gdt/957/ (Lutz Görner – ältere Aufnahme?) 
http://www.youtube.com/watch?v=inFYr4eL4Kk (Lutz Görner, mit Musik und Bildern unterlegt)
 

klassische Vertonung:
http://www.youtube.com/watch?v=264Eap_dDa0 (Peter Schreier singt Beethoven)

P.S. Zur Anwendung der Beispiele

Die Schüler filmen wie Schüler, und die Schüler analysieren schriftlich wie Schüler - beides ist schülerhaft, und erst Stavenhagen zeigt zum Beispiel, wie meisterhaftes Sprechen klingt. Was folgt daraus? Daraus folgt erst etwas, wenn man 1. weiß, dass nur durch beharrliches Üben, Üben, Üben (die basics, sagt der Trainer!) Meisterschaft sich entwickeln kann. Dann ist aber 2. zu fragen, in welchem Bereich denn im Allgemeinen eher Meisterschaft angestrebt werden soll, im Filmen oder im Schreiben [oder gar nicht?]. Da ist dann meine Entscheidung klar: Sie soll im Schreiben angestrebt werden, und auch im Sprechen - wozu werden sonst so viele Trainings für Rhetorik, Gesprächsführung usw. angeboten? Und so wenig Seminare für gutes Filmen?

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