norberto42

Sind wir verpflichtet, unsern Irrtümern treu zu sein? (FN)

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Sabine Czerny: unter Druck wegen zu guter Noten?

norberto42 | 13 August, 2008 19:55

In der SZ gab es am 28. Juli den Artikel von Christian Bleher: „Bloß nicht zu viele Einser, bitte!“
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/879/303858/text/ (Text)
Einen ähnlichen Artikel hat er zwei Tage später in der taz veröffentlicht:
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/bitte-nicht-fuer-schueler-engagieren/
Der Artikel hat in der SZ zu einer Flut von Leserbriefen geführt (1. August 2008).   

(Am 8. August stand der entsprechende Artikel auch in der Badischen Zeitung.) Auch die FR hat sich des Themas angenomen: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/?em_cnt=1546311& (Bernd Weidermann, 18.08.), dazu Leserbriefe http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/leserbriefe_aus_der_zeitung/ (20.08.) und Kommentare: http://www.frblog.de/noten/)  

Ich referiere 7 Daten (Sätze) und die Gesamttendenz und nehme dazu jeweils aus meiner Sicht bzw. Erfahrung Stellung:
1. Wir werden genötigt, schlechtere Resultate zu erzielen, klagt Frau Czerny.
Es geht in dem Streit aber nicht um Resultate, sondern um Noten (also Bewertung von Resultaten)!
2. Es wurden klassenübergreifende Proben geschrieben.
Wurden die Noten (Korrekturen) der Frau Czerny von einem Zweitkorrektor überprüft? Es wird nicht deutlich, ob die Noten sachlich berechtigt waren!
3. Es sei ihr gelungen, Kinder für das Lernen zu begeistern; sie habe sich dazu fortgebildet.
Das kann in der Tat ein Grund für eine Leistungssteigerung der Schüler sein.
4. Die Gauߑsche Normalverteilung soll als Kriterium der Notenvergabe dienen.
Das ist Unsinn - aber in der Wirklichkeit ist halt einiges nach dieser Normalverteilung verteilt, z. B. der IQ großer Bevölkerungsgruppen.
5. Das Experiment des Pädagogen Weiß habe gezeigt, wie unterschiedlich Lehrer die gleiche Lösung von Mathematikaufgaben beurteilen.
Über dieses Experiment ist zu wenig bekannt, als dass man es heranziehen könnte:
•• Rudolf Weiß (Oberösterreich):
Mathe-Schularbeit an 153 Lehrer ausgeteilt mit der Bitte um Beurteilung.
Ergebnis: Alle 5 Beurteilungsstufen waren vertreten. (Weiß R., 1968, S. 62)
(www)
http://www.europahausburgenland.net/Zugaenge/Projekte_alt/Qualitaet/Q-B6a.htm (Leistungsmessung, u.a. Ergebnisse von R. Weiß)
Man kann Leistungsbewertung nur in Kenntnis des vorangegangenen Unterrichts und in Kenntnis der Richtlinien beurteilen, auch in Kenntnis dessen, was unter Lehrern einer Stufe normalerweise etwa als „gut“ gilt [die amtlichen Definitionen der Notenstufen sind mehr als schwammig!] - ob den 153 geprüften Lehrern dieses Wissen vermittelt wurde, ist unklar. Wichtig wäre es auch zu wissen, wie sich die 153 Noten über das Spektrum verteilen und ob sie der Gauß'schen Normalverteilung unterliegen: 30 Einser, 33 Zweier, 30 Dreier, 30 Vierer, 30 Fünfer - das wäre peinlich, wäre aber auch etwas ganz anderes als 5 Einser, 100 Zweier, 35 Dreier, 10 Vierer und 3 Fünfer. Oder zu Deutsch: Hier wird mit einem dem Autor und fast allen Lesern völlig unbekannten (und insofern nichtssagenden) Beispiel argumentiert. [Nachträgliche Korrektur: Die Notenverteilung stand bereits im Artikel der SZ.]

6. In BW und Bay werden die Übergangsnoten auf ein Hunderstel nach dem Komma berechnet.
Das ist natürlich ein Quatsch sondergleichen - das ist Rechengenauigkeit, nicht Urteilsgenauigkeit; jeder weiß, dass es Lehrer gibt, die leicht Einser oder eben keine Einser geben - die Bewertung sagt über den Bewerter so viel wie über den Beurteilten.
7. Frau Czerny klagt, sie werde genötigt, Versager zu produzieren.
Die Frage ist, ob Versager „produziert“ werden oder ob Kinder real versagen - und aus welchen Gründen sie in der Schule versagen, und ob/wie man das verhindern kann.
8. Die Gesamttendenz des Artikels: Lehrer wehren sich, weil sie pädagogisch nicht so kompetent sind wie Frau Czerny, gegen deren gute Noten.
Ich kenne Frau Czerny nicht und weiß nichts über ihren Unterricht. Aber ich kenne Kollegen, die insgesamt mit den Einsern um sich schmeißen, um sich von der Verantwortung für ihren Unterricht zu entlasten (und habe als deren Nachfolger unter ihrer Praxis, Noten zu verschenken, gelitten):
http://norberto42.kulando.de/post/2006/01/06/ber_zu_gute_und_zu_schlechte_noten
Tatsache ist jedenfalls, dass Schulleiter in der Regel an guten Noten interessiert sind, weil dann die Schule als „gut“ in der Öffentlichkeit steht und für viele Kinder attraktiv ist. Wer das nicht sieht, ist blind - leider kann ich das nicht netter sagen.

   Natürlich muss ein Schulleiter auch am sozialen Frieden im Kollegium interessiert sein: Über die (Hinter)Gründe des Streits im Czerny-Kollegium erfährt man nichts. 

Nachtrag, anlässlich des Kommentars von Herrn Bergner: Was ist eine Gauß'sche Normalverteilung? Das kann man inzwischen leicht herausfinden:
http://www.egrund.de/weltbilder/gausstxt.htm
http://www.sixsigma.de/sixsigma/6s_gauss.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung
http://www.bwl-bote.de/20080625.htm

Nachtrag: Links zum Problem der Notengebung (Leistungsmessung):   
Weidenmann: Ds Dilemma der schulischen Leistungsbewertung 
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_1439.html
http://www.zeit.de/2006/27/Titel-Schulnoten-27 (mit mehreren Links)
http://www.zeit.de/2006/29/Noten-29 (Brügelmanns Antwort)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23078/1.html
http://www.sozialistischegruppe.de/hefte/2005/Noten.html
http://wiki.zum.de/Bewertung_von_Sch%C3%BClerleistungen
http://impulsmittelschule.ch/themata/noten/2001/leistungsbeurteilung.htm
http://www.ph-heidelberg.de/wp/konrad/download/leistungsmessung.pdf
http://www.lehrerfortbildung-bw.de/faecher/englisch/bs/recherche/downloads/rechtsprobleme.pdf
http://www.uni-konstanz.de/ag-moral/evaluation/k_eva_theorie.htm 

Rückblick auf die Berichterstattung über den Fall: hier

Wenn man sich intensiver mit dem Problem der Leistungsbeurteilung befasst, sieht man, wie simpel (vereinfachend) die Czerny-Lösung ist: einfach keine schlechten Noten geben, weil man angeblich so gut unterrichtet; das Problem ist viel komplexer, als dass man es mit etwas pädagogischem Geschick oder gutem Willen einfach lösen könnte... (17.09.08)

P.S. Hier kann man ein Interview mit Sabine Czerny vom Dezember 2008 lesen; sie verkauft frommen Brei [es fehlt zur Weihnachtszeit nur, dass sie Gottes Liebe weitergibt], den sie sich aus allen Suppentöpfen zusammengeklaubt hat - und sie möchte sofort das Beurteilen von Leistungen abschaffen. In Wahrheit hat sie das bereits getan: durch ihre rundum guten Noten. Sie interessiere sich auch für Quantenpysik und -philosophie, gesteht sie (solche Philosophie kenne ich nicht, macht aber nichts); wegen ihrer Kinesiologie-Studien kann sie sich die Bewegung der kleinen Teilchen bestimmt gut vorstellen.  
     Weshalb finden Frau Czernys naive Bekenntnisse so viel begeisterte Zustimmung? Sie verkündet, so scheint mir, die Utopie Rousseaus: dass der Mensch gut ist, wenn man ihn nur gut sein lässt - leider passte Rousseaus Praxis nicht zu seiner Theorie, leider widerlegt jede Praxis die schöne Theorie, und Frau Czerny tobt ihre Herzensgüte ja auch nur an fremden Kindern aus, ohne den Ernstfall (eigene Kinder) zu proben. Dass sie als unschuldige Profetin des pädagogischen Fortschritts von Dunkelmännern verfolgt wurde, erhöht natürlich den Reiz ihrer Botschaft... (ein Muster der Legendenbildung!)

28. Dezember 2008, am Tag der Unschuldigen Kinder

Neues P.S. Die unendliche Geschichte geht weiter... 

Kommentare

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Herr Rau | 14.08.2008, 07:46

Danke für die Zusammenfassung. Ich kenne auch nur die Zeitugnsartikel. Einerseits wünsche ich mir, dass auf die tatsächlichen Systemmängel mal hingewiesen wird, andererseits weiß ich, wie wenig den Artikeln wirklich zu entnehmen ist, so dass ich Zweifel habe, wie sehr dieser Fall wirklich so ist, wie er dargestellt wird. (Verklausuliert, aber es ist auch noch früh am Morgen.) Kann aber auch sein.

Punkt 5 höre ich anekdotisch immer wieder. Am Vorwurf mag etwas dran sein; aber eine bessere Untersuchung dazu wäre mir recht. Ich habe das an der Uni im Seminar sogar gelernt: Dass die Noten für das gleiche Resultat von Art und Zeit der Vorbreitung abhängen, vom Anspruch und Schwerpunkt des Lehrers. (Diese Erwartungen muss man natürlich den Schülern vorher sagen.)

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Hokey | 14.08.2008, 14:56

Ebenfalls danke für die Zusammenfassung.

Uns hat man als Referendare in der Jahrgangsstufe 11 im Seminar explizit davor gewarnt, zu gute Noten zu vergeben, um die Schüler nicht für die LK-Wahlen auf die falsche Bahn zu führen.

Und ohne Zweitprüfung kann man erst einmal überhaupt nichts feststellen, also weder valide Zeitungsartikel schreiben noch die Leistung einer Lehrerin beurteilen.

Ich denke, es sagt mehr darüber aus, wie man Artikel über Lehrer leicht verdaulich und gut verkäuflich macht.

Kommentar Icon Zu gute Noten

n. | 14.08.2008, 15:39

In der Tat weiß der Autor über den realen Fall und das zentrale Beispiel auffallend wenig,
dafür schreibt er aber nett und so, dass man sich recht über die bösen anderen Lehrer und ihre neidische Inkompetenz erregen kann. Bleher kommt nicht über das Niveau der Gerüchte hinaus - für die SZ eigentlich schwach!

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Amiraamal | 14.08.2008, 19:53

Heute Abend (14.08.2008) kommt ein Bericht über den Fall der Grundschullehrerin Czerny in der ARD bei Monitor "Abgestrafte Lehrerin: Zu gut für dieses Schulsystem?" 21.45 bis 22.15 Uhr.
Ich hoffe, dass ihn möglichst viele Menschen sehen werden und die Schulbehörde endlich einmal Stellung zu dem Vorfall nehmen muß.
Denn bisher wurde Frau Czerny lediglich zwangsversetzt, aber niemand hat sich dafür interessiert, warum die Kinder in ihrer Klasse plötzlich bessere Noten schrieben. Dass den Kindern Schule plötzlich Spaß gemacht hat und sie gerne gelernt haben, weil Frau Czerny sich für jeden von ihnen eingesetzt und sie gefördert hat, das scheint die Behörden und die Schulleitung nicht zu interessieren. Schade!
Hier wird ein begrüßenswertes Engagement für unsere Kinder einfach im Keim erstickt.
Warum wurde überhaupt das Recht der Schüler auf individuelle Förderung im Schulgesetz verankert?
Durch das Verhalten der Schulbehörde im Fall Czerny werden Paragraphen wie der des Rechts auf individuelle Förderung ad absurdum geführt.

Kommentar Icon ARD-Sendung

n. | 14.08.2008, 22:08

Vielen Dank für den Hinweis - ich habe mir die Sendung angeschaut, aber auch die bringt (natürlich) keine Klarheit:
1. Es kam kein Kollege von Frau Czerny zu Wort (darf wahrscheinlich auch keiner).
2. Es wurde nicht klar, unter welchen Bedingungen die Kinder die guten Noten bekommen:
a) Hilfe bei Proben (Klassenarbeiten)?
b) Korrektur der Arbeiten durch einen fremden Lehrer?

Dass die Kinder gern zur Schule gehen, ist erfreulich - Frage ist, ob sie ihrer Czerny-Prognose gerecht werden; das wird man in drei jahren sehen, aber dann ist Frau Czerny nicht mehr Thema der Medien.

Kommentar Icon Studie R. Weiß, Unterricht Czerny

Walther | 15.08.2008, 19:55

Die Noten für die Mathearbeit, die Rudolf Weiß seinen Testlehrern vorgelegt hatte, waren folgendermaßen verteilt:

7 % gaben eine 1
41% gaben eine 2
42% gaben eine 3
9 % gaben eine 4
1 % gaben eine 5

S. Czerny motiviert ihre Schüler so, dass die Kinder freiwillig und eigenverantwortlich zu Hause weiterlernen. Einfach weil es ihnen Spaß macht. Das berichten die Eltern ihrer Schüler. Ein kritsiche Mutter beklagt sich, dass bei diesen Lernmethoden alle Kinder Akademiker würden - das findet sie volkswirtschaftlich bedenklich. Sie sagt aber nicht, dass Czerny die Kinder nciht tatsächlich so weit brächte.

Kommentar Icon -> Auskunft Walther

n. | 15.08.2008, 22:34

Die Details zur Weiß-Studie zeigen, dass über 80 % Lehrer so um die 2-3 bewertet haben;
so schlecht war das also nicht (Gauß'sche Normalverteilung!).
Was noch offen ist (trotz des Elternlobs), ist die Frage, wie Kollegen die von Frau Czerny benoteten Arbeiten bewertet haben resp. bewerten würden (und ob beim Schreiben der Arbeit alles mit rechten Dingen zugegangen ist): Hätten die Kinder bei Aufsicht und Korrektur eines anderen Lehrers die gleichen Noten erzielt? Dann wäre die Leistungssteigerung in der Tat im U n t e r r i c h t von Frau Czerny begründet, andernfalls nicht (sondern in zu großer Hilfestellung oder lascher Korrektur).
Die Eltern- und Lehrersprüche beweisen nichts - man muss den Vorgang der Leistungsermittlung (schreiben und bewerten) genau untersuchen; alles andere überzeugt mich nicht.

Kommentar Icon Zu gute Noten

Jake R. | 16.08.2008, 19:13

Sabine Czerny lässt keine Gelegenheit aus, sich selbst zu produzieren und auf sich aufmerksam zu machen.

Fakt ist:
1. Sie entzieht sich vergleichenden Probearbeiten mit ihren Parallelkolleginnen.
2. Sie lehnt Teamarbeit ab und arbeitet am liebsten alleine (sie möchte am liebsten an eine einzügige Grundschule).
3. Sie polarisiert im Kollegium und stört dadurch den schulischen Frieden erheblich.
4. Wenn in ihrer 4. Klasse in Germering über 90% der Schüler auf Realschule und Gymnasium übertreten können, so ist das mit Sicherheit nicht auf ihren überragenden Unterricht zurückzuführen (sh. auch Punkt 1).
5. Wen wundert es, wenn die Eltern angesichts dieser Übertrittsquoten von ihr begeistert sind? Vor allem die, die nicht mit einem Übertritt gerechnet hätten (vgl. Monitorsendung)!
6. Die Versetzung an eine andere Schule erfolgte um den Schulfrieden wieder herzustellen (hoffentlich nutzt sie ihre Chancen in der anderen Schule und passt sich endlich an das Niveau der anderen hervorragenden Lehrer an!)

Kommentar Icon

Amiraamal | 17.08.2008, 10:21

Sie müssen Frau Czerny ja sehr gut kennen, wenn Sie solche Behauptungen aufstellen; Jake R.

Anpassung, ja, darum geht es immer wieder, bloß nicht aus dem Rahmen fallen. Solche Menschen müssen versetzt bzw. ausgebremst werden. Wo kämen wir auch hin, wenn SchülerInnen der Unterricht plötzlich Spaß machen würde!

Kommentar Icon @n zur Weiß-Studie

Willi Bergner | 17.08.2008, 23:18

Ihr Argument ist originell: Die meisten Lehrer haben sich mit ihrer Benotung im Mittelfeld eingependelt, also wird das schon alles seine Richtigkeit haben. Bisher kam ja die Gaußsche Normalverteilung bei der Benotung nur so vor, dass man annahm, die Leistung/Begabung/Intelligenz oder was auch immer sei in Schulklassen nach der Gaußschen Normalverteilung angeordnet. Also ein paar Gute, ein paar Schlechte, der Rest dazwischen. (Dass das statistsicher Unsinn ist, soll hier nciht zur Debatte stehen.) Gleichzeitig ging man natürlich imer davon aus, dass Lehrer zutreffend benoten.
Und nun plötzlich Ihre Variante: So richtig zutreffend benoten können Lehrer offenbar nicht. Ein paar machen es super, ein paar miserabel, und der Rest dümpelt irgendwo in der Mitte herum. D a s ist originell! Erzählen Sie das mal Ihrem Kultusministerium, dass Sie aufgrund einer solchen Bewertungpraxis Lebenswege bestimmen wollen.

Kommentar Icon -> W. Bergner

n. | 18.08.2008, 07:40

Sie verstehen die Normalverteilung und mein Argument nicht:
Die allermeisten Lehrer (und nicht der dümpelnde Rest, wie Sie seltsamerweise schreiben) urteilen "normal" (bei einer Leistung von, sagen wir, 2-, was ja sehr nahe bei 3+ ist); ein paar Außenseiter urteilen etwas eigenwillig, bloß 1 % deppert.
Ich weiß nicht, ob Sie Kollege sind - aber glauben Sie wirklich, man könnte so exakt zwischen 2- und 3+ unterscheiden? Das geht nicht einmal mit standardisierten Lösungserwartungen, wie sie im Zentralabitur oder bei zentralen Abschlussprüfungen vorliegen; ich spreche da aus Erfahrung.

Wenn Sie übrigens die verlinkten Aufsätze im Artikel gelesen hätten, würden Sie über die Urteilsfähigkeit von Lehrern (Sie dürfen das ruhig verallgemeinern: von Menschen) etwas skeptischer denken, hoffe ich.

Zu Herrn Gauß: Wesentlich mehr Größen, als Sie annehmen, sind von der Normalverteilung bestimmt - offensichtlich auch die Lesefähigkeit: Nur wenige können sehr exakt lesen.

Kommentar Icon Sabine Czerny

Bernhard | 20.08.2008, 16:17

Liebe/r Frau/Herr Jake R.,

Ihrem Beitrag ist unschwer zu entnehmen, daß Sie entweder vom Schulamt oder vom Rektorat der betroffenen Schule beauftragt worden sind, diesen Text zu veröffentlichen, oder sogar selbst einer dieser Einrichtungen angehören.
Keine Mutter und kein Vater würde sich nämlich in einer derartigen ausfallenden Weise über eine Lehrerin äußern. Zudem kommt hinzu, daß Sie kein Wort über die Schülerinnen und Schüler selbst sagen, was ja zu der hier diskutierten Gesamtsituation gut paßt, denn dieser Personenkreis ist ja für Sie nicht unbedingt so wichtig!

Sie wissen am besten selbst, daß Ihre Vorwürfe, die Sie als „Fakten“ bezeichnen, grundlos sind und damit wertlos. Wenn Sie ehrlich wären, so würden Sie Ihren Namen offen nennen und zu Ihren Aussagen stehen, sie auch begründen.

Sicher, Sie wollen Frieden haben, denn im Frieden lebt man einfach und konfliktlos. Schule bedeutet aber Leben, Diskussion, Auseinandersetzung, Weiterbildung, Vorbereitung auf das Leben usw. Alles das können auch Sie von Sabine Czerny lernen. Immer schon wurde der Mensch nach seinem Schulleben und nicht nach seinem Schulfrieden gefragt.

Sabine Czerny wird sich nie an ein Niveau anpassen, das unter dem von ihr selbst gesetzten liegt. Sie besitzt nämlich ein ausgeprägtes Verantwortungsbewußtsein gegenüber den Kindern. In diesem Sinne macht sie genau das, was bundesweit gefordert, aber leider nicht umgesetzt wird. Alle Politiker, die heute Bildung zur „Chefsache“ machen, sollten Sabine Czerny kontaktieren und mit ihr ins Gespräch kommen.

Schon die vorletzte bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier hat gewußt, daß das von ihr selbst vertretene bayerische Bildungssystem untauglich ist und hat deshalb ihre Kinder auf eine Privatschule geschickt.

Kommentar Icon Normalverteilte Lesekompetenz

Willi Bergner | 21.08.2008, 13:01

Hallo Herr Tholen,

offenbar habe ich Ihre Argumentation mit der Gaußschen Normalverteilung bei der Benotung tatsächlich faslch verstanden. Mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass Sie mir deshalb mangelnde Lesefähigkeit bescheinigen. In der Branche, in der ich arbeite, heißt eine Grundregel: Drück dich so aus, dass der andere dich versteht, denn Kommunikation ist nicht das, was du mitteilen wolltest, sondern das, was ankommt. Bei mir kommt an: Wenn einer Sie nicht versteht, ist er selber schuld. Meine Kinder berichten Ähnliches leider häufiger aus dem Unterricht ...

Nix für ungut und schöne Grüße
W. Bergner

Kommentar Icon -> Lesekompetenz

N. Tholen | 21.08.2008, 20:30

Lieber Herr Bergner,

aus Ihrem ersten Kommentar ist bei mir angekommen:
1. "Du bist blöde,
2. ihr Lehrer könnt nix."
Darauf habe ich geantwortet - und wenn Sie zuvor mich nicht verstanden hatten, ist die Frage, woran das gelegen hat (ob ich mich also hinreichend klar ausgedrückt habe oder ob Sie nur flüchtig gelesen haben - Ihren Verstand ziehe ich also nicht in Zweifel, obwohl man das bei manchen Kommentatoren durchaus tun könnte); wenn Sie den Link über die Funktion der Notengebung gelesen h ä t t e n , hätten Sie Ihren Kommentar nicht so formuliert: also doch nicht (richtig) gelesen!? Oder zu Deutsch: Ihr Kommentar war kein Gesprächsangebot, sondern Polemik.

Mit Ihrem Schluss-Satz haben Sie auch gleich die Fronten abgesteckt... Das wird wohl nichts mit einer Verständigung unter gleichberechtigten Gesprächspartnern?

Was spricht übrigens dagegen, dass die Lesekompetenz genauso der Gauß'schen Verteilung unterliegt wie tausend andere Größen?

Kommentar Icon Sabine Czerny

M. | 22.08.2008, 21:11

Ich muss Jake R. recht geben. Ich glaube auch nicht, dass Jake R. für die Schule oder das Schulamt arbeitet, ich bin davon überzeugt, dass Jake R. genauso betroffenes Elternteil aus einer anderen Klasse ist wie ich.
Bevor Frau Czerny nach Germering versetzt wurde, war sie bei uns in Puchheim; sie weigerte sich, die Proben der anderen Klassen der selben Stufe schreiben zu lassen. Somit war ein Vergleich zwischen den Klassen nicht möglich. Das hat nichts mit Anpassung zu tun, sondern dient eben nur der Vergleichsmöglichkeit. Ihre Schüler waren einfach nur sehr gut, was in diesem Fall aber nicht aussagekräftig war.
Dass das Klima im Kollegium von Frau Czerny nicht sonderlich gut war (zumindest was sie anging), ist auch verständlich, wenn sie sich über alle stellt und das auch gegenüber von unbeteiligten Eltern. Nur das, was sie unterrichtet und wie sie unterrichtet, ist richtig und alle anderen können nichts.
Es wird wohl auch in Germering nicht anders gelaufen sein.
Jake R.: Es wird wieder ruhiger in Germering werden, wenn Frau Czerny nicht mehr da ist. Selbstverständlich verfolgen wir hier in Puchheim das Gesehen weiter, aber das Klima in der Schule ist wesentlich besser geworden.
"Bernhard": Es ist auch mir nur möglich, anonym zu bleiben. Frau Czerny hat Leute hinter sich, die das Schulleben meines Kindes gefährden könnten. Glauben Sie mir, man möchte sein Kind mit ruhigem Gewissen in die Schule schicken und diese Diskussion nicht auf dessen Rücken austragen und das eigene Kind zu Schaden kommen lassen?

Kommentar Icon Czerny

M. | 24.08.2008, 09:58

Jetzt habe ich die Zeit gefunden und konnte mir den Monitor-Bericht ansehen.

Da wird über zwei Kinder berichtet, die nun bald eine Schule besuchen werden, welche ihre Eltern nicht für mögich gehalten haben. Es wäre doch interessant, in ca. 6 Monaten mal nachzufragen, auf welchen Schulen sich diese Kinder dann befinden.
Dann gibt es keine Frau Czerny mehr, die Noten können mit denen in anderen Klassen richtig verglichen werden; diese Kinder wurden, meiner Meinung nach, "programmiert" um abzustürzen. Ich selbst wurde mit Aufnahmeprüfung auf die Realschule gebracht, habe mich durchgequält und an einer Wirtschaftsschule meine Mittlere Reife gemacht. Die Realschule war für mich die Hölle. Es machte irgedwann automatisch "klick" und ich begann zu lernen. Bei dem einen passiert das früher, bei dem anderen eben später.
Fazit: Ich glaube nicht daran, dass die beiden Kinder bei Monitor auf den Schule bleiben, an denen Sie jetzt ihre 5. Klasse beginnen.
Ich würde das meinem Kind nicht antun. Die Eltern sollten mal in sich gehen und vor allem mit ihren Kindern sprechen, ob es gerade bei dem Jungen sinnvoll ist, ihn auf die Realschule zu geben. Warum nicht in die Hauptschule im M-Zweig? Dort erwirbt er ebenfalls die Mittlere Reife. Es würden ihm auch danach noch viele Türen offen stehen. Aber die Realschule ist einzig und allein der Wunschgedanke der Eltern, der dem Kind auferlegt wird. Der Junge wird mit Sicherheit viele Tiefs mitmachen.

Kommentar Icon Czerny

Eine Mutter | 25.08.2008, 09:37

Liebe Frau/ lieber Herr M.
Ihr Kommentar, in dem Sie Ihre Schulzeit schilderten, hat mich sehr erschüttert. Es muss eine schlimme Zeit für Sie gewesen sein. Man hat von Ihnen Unmögliches verlangt ohne Sie gleichzeitig zu stützen und Ihnen zu helfen.
Nun vermuten Sie, dass es den beiden Kindern, die im Monitorbericht vorgestellt werden, ebenso gehen wird.
Dass diese beiden Kinder den Übertritt geschafft haben, liegt aber nicht daran, dass sie von Frau Czerny wahllos gute Noten bekommen haben, wie Sie unterstellen. Wenn Sie dem Bericht in Monitor genau zugehört haben, konnten Sie feststellen, dass Frau Czerny anders mit den Kindern umgeht. Sie ermutigt zunächst die Kinder, indem sie ihnen kleine Erfolgserlebnisse ermöglicht. Sie stellt ihnen im Unterricht (nicht in den Proben, wie in manchen Kommentare unterstellt wurde) Fragen, von denen Sie annimmt, dass die Kinder sie beantworten können. Durch diese positive Resonanz werden die Kinder ermutigt, weitere Fragen zu stellen. Sie dürfen auch Fehler machen, ohne dafür gleich getadelt, vorgeführt oder blamiert zu werden. Nur so kann ganz langsam das Vertrauen des Kindes in sich selbst wachsen und es befähigen von sich aus zu lernen. Nur so kann man feststellen, welche Möglichkeiten in dem Kind schlummern, die dann ganz unterschiedlich sein können. Dieses Potential eines jeden Kindes auszuschöpfen sollte Aufgabe der Schule sein, nicht der ständige Vergleich mit anderen. In der Grundschule geht es doch in erster Linie darum, den Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen, kurz: die Voraussetzungen für eine Bildung zu schaffen. Dazu braucht jedes Kind unterschiedlich lange Zeit. Was soll also der Druck durch Noten und der Vergleich mit anderen Kindern? Ziel sollte doch sein, dass jedes Kind über diese Grundvoraussetzungen verfügt.
Sie erzählen, „es machte irgendwann automatisch klick und ich begann zu lernen. Bei dem einen passiert das früher, bei dem andern eben später“. Damit haben Sie vollkommen recht. Doch was löst diesen Klick aus? Geht das wirklich automatisch? Oder hat nicht ein besonderes Ereignis, eine wohlwollende Bemerkung eines Lehrers, Ihrer Eltern oder eines Freundes, einer Freundin, Sie dazu gebracht, von sich aus lernen zu wollen. Bloße Forderungen sich endlich anzustrengen, Strafpredigten und Herabsetzung sind hier kontraproduktiv.

Kommentar Icon Czerny

M. | 25.08.2008, 23:04

Liebe "eine Mutter",

ich habe bei dem Bericht von Monitor gehört, dass Frau Czerny gesagt hat, dass man alle Fragen so stellen kann, dass jedes Kind die richtige Antwort weiß. Dann bekommen die Kinder ein kleines Erfolgserlebnis und Frau Czerny kann gute mündliche Noten vergeben, die Kinder antworten ja richtig. Auch ist das in meinen Augen schon wieder eine Beeinflussung, die von einer erwachsenen Person durchgeführt wird.
Wenn ich mein Kind frage, ob es lieber Nudel mit Tomatensoße haben möchte oder Nudel mit Hackfleischsoße, bekomme ich zur Antwort: "Nudeln mit Hackfleischsoße." Wenn ich allerdings frage: "Möchtest Du Nudel mit Hackfleischsoße oder Nudeln mit Tomatensoße?" Was glauben Sie, welche Antwort ich zu 80 % bekommen? Nudeln mit Tomatensoße. Das hat bei Kindern noch so einen kleinen psychologischen Hintergrund, sie geben eher das wieder, was sie zuletzt gehört haben. (Funktioniert aber auch noch teilweise bei Erwachsenen.)

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass bei Frau Czerny die Noten anders verteilt werden als bei anderen Lehrern. Ich habe selbstverständlich Kontakt zu Eltern aus der ehemaligen Klasse von Frau Czerny, kenne die Kinder teilweise vom Kindergarten, und habe auch von den Eltern und Kindern die unterschiedlichsten Meinungen zu ihr gehört.
Ich bin auch der Meinung, dass ein Kind, welches in der Grundschule schon lernen muss, um gute Noten zu erzielen, nichts auf einem Gymnasium zu suchen hat. Die Grundschule sollte für zukünftige Gymnasiasten durchaus ein "Kinderspiel" sein. Selbstverständlich gibt es mit Sicherheit auch in diesem Bereich die seltene Ausnahme.
Und außerdem kann man auch ohne Abitur was werden. Ich selbst bin inzwischen stelbstständig und verdiene auch gutes Geld.
Der "Klick" bei mir kam im übrigen, als ich die 9. Klasse mit Pauken und Trompeten versemmelt habe und mit 1 x 6 und 2 x 5 das Klassenziel nicht erreicht habe, da war ich 16 Jahre. Aber wie gesagt, bei dem einen früher, beim anderen später. Aber aus mir ist halt auch was geworden.

Fehler sind dafür da, um daraus zu lernen. Was ist daran falsch, wenn ein Kind mal nicht die richtige Antwort weiß? Dürfen unsere Kinder heutzutage nicht mehr Kind sein? Müssen sie zu "besseren und erfolgreicheren" Menschen bereits in der Grundschule "gezüchtet" werden?
Kinder sind von Haus aus nur natürlich und handeln instinktiv, wir Eltern machen aus ihnen leider viel zu oft ein "erwachsenes" Kind, durch unseren eigenen Ergeiz. Die Kinder haben es eh nicht mehr so unbeschwert wie vor 20 oder 30 Jahren. Warum müssen dann fast alle Kinder aufs Gymnasium?
Die Wirtschaft braucht auch Menschen die handwerkliche Berufe ausüben, die nicht mit Abitur durchs Leben gehen. Das hat nichts mit gesellschaftlicher Schicht zu tun, weil auch in Deutschland kann man von ganz unten nach ganz oben kommen. Aber gerade unsere Qualitäthandwerker werden vom Ausland abgeworben, also sind sie sehr gut. Wenn es unsere "Arbeiter" nicht mehr gibt, gibt es auch kein Deutschland mehr.

Zum Punkt "anders mit den Kindern umgeht" wollte ich noch sagen, dass Frau Czerny auch die Kinder anschreit, wie viele andere Lehrer auch. Soetwas wird natürlich nie erwähnt, aber ich habe es oft genug selbst gehört.

Meine Kinder fragen auch viel nach, bei den Themen die sie interessieren. Wenn sie kein Interesse haben, fragen sie auch nicht. Ist aber ganz natürlich. Wenn Sie sich nicht für Fußball interessieren, werden Sie es auch nicht anschauen, es langweilt Sie nur. Und ich glaube nicht, dass es auch nur ein Kind auf dieser Welt gibt, welches an allen Themen in der Schule interessiert ist.
Wer sagt denn, dass nur Frau Czerny die Kinder bei falscher Antwort nicht tadelt oder sonst irgendwie bestraft? Das tun andere Lehrer auch nicht.
Das ein Kind sich selbst vertrauen kann, sehe ich als Aufgabe der Eltern, nicht der Schule. Noch ist es ja so, dass wir Eltern für die Erziehung zuständig sind.
Meine Kinder lernen immer, sei es beim Spaziergang über die Wiese oder im Wald, bei Kochen oder der Gartenarbeit, am Flughafen, am Bahnhof, ...
Bitte jetzt nicht falsch verstehen, mein Mann hat noch nicht einmal den qualifizierten Hauptschulabschluß, der ist auch selbstständig. Ist er jetzt deshalb nicht so gebildet? Er weiß halt auf seinem Fachgebiet Dinge, die Sie wahrscheinlich nicht wissen. So hat jeder seine Stärken und Schwächen und wählt danach seinen Beruf. Man kann sich nach Haupt- oder Realschule immernoch über den 2. Bildungsweg zum Abi arbeiten und studieren. Ist in manchen Berufen sogar der kürzere Weg.

Kommentar Icon Czerny

betroffene Mutter | 26.08.2008, 09:41

Ich kann Ihrem Kommentar zu 100 Prozent zustimmen.
Ich habe Frau Czerny ebenfalls so erlebt. Sie hat ihre Kinder häufig verbal getadelt und auch nicht unbedingt mit Feingefühl. Mein Kind beispielsweise kann leider keine posivtiven Erlebnisse berichten. In mehreren Fällen kam es sich stark kritisiert, vorgeführt und leider auch blamiert vor. Insbesondere wenn es seine eigene Meinung vertrat, wozu auf der einen Seite die Kinder immer angehalten wurden, anderseits dies dann lange zu spüren bekamen, wenn sie es sich dann trauten. Faru Czerny ist, und ich denke, dass müssten auch die Befürworter zugestehen, kein Mensch, der die Meinung eines anderen gelten lässt.

Kommentar Icon Czerny

M. | 26.08.2008, 13:59

"Bernhard"
Ich habe mir Ihren Kommentar nochmals durchgelesen. Sie können nur der Bernhard aus P. sein.
Diese Art und Weise, wie Sie Frau Czerny darstellen und sie auch beschreiben, kann fast nur von Ihnen kommen.
Wer sonst kennt Frau Czerny so gut und heißt Bernhard?

Ich möchte Sie um ein paar Dinge bitten:
- Sprechen Sie mit Ihrer Tochter I. Es sehen sehr viele Leute hier, dass I. überfordert ist, mit all den Dingen die sie machen muss: Klavier, Sportverein, Russisch, Tanzen, ein weiteres Instrument und und und.
- Lassen Sie die neue Lehrerin in Ruhe, es sind schon wieder etliche Kommentare zu hören gewesen. Auch diese Lehrerin macht Ihren Job. Sie ist jung und setzt sich auf ihre Art und Weise für die Kinder ein.
- Geben Sie I. auf eine Privatschule. Dort wird sie gefördert, wie Sie es ja haben möchten. Und wenn nicht, können Sie sich entsprechend beschweren, die Lehrer sind angestellt und können jederzeit gekündigt werden. Ist nur die Frage, wo sie die Schule finden werden die Ihren Ansprüchen entspricht.
- Lassen Sie uns in P. durch ihre Hetzereien an der Schule (hauptsächlich über I.) in Ruhe und wieder zum normalen Schulfrieden finden.

Wenn die Zeit reif genug ist, werde ich mich Ihnen gegenüber schon zu erkennen geben, aber jetzt halt noch nicht.

Kommentar Icon Wer ist Frau M.

Bernhard Ufholz | 27.08.2008, 23:42

Wer immer diese obskure Frau M. sei: lassen Sie das mal bitte, mich persönlich in der Öffentlichkeit anzugreifen.

Nein, ich bin nicht der oben schreibende Bernhard, das ist jemand anders, ich kenne ihn nicht.

Und ebenfalls nein: meine Tochter ist nicht über- sondern unterfordert. Unterfordert von einer Schule, die nur "Mittelmaß" als Ziel und Maßstab kennt, die weder die Fixen födert noch die Schwachen unterstützt. Eine Schule, in der viele Lehrer zynisch ihren Unterricht absondern und nichts dabei finden, junge Menschen auf höhere, mittlere und schwache Schulen zu verteilen. Das dreigliedrige Schulsystem wird seit Jahrzehnten in Deutschland von den meisten Wissenschaftlern kritisiert und seit Neuestem auch von der OECD. Davon will diese Frau M. halt nix wissen, sie ist eben dafür, dass die Schule auch Menschen entlässt, die gerade mal als Fließbandarbeiter taugen.

Richtig: meine Tochter hatte Frau Czerny als Lehrerin. Und richtig: es gab viel Unfrieden an der Schule. Aber es gab KEINE Bereitschaft, Frieden herzustellen, einen Dialog zu führen, mit Frau Czerny zu reden, was sie anders und besser macht, es in den Parallelklassen zu übernehmen. Stattdessen gab es Schweigen, Wegschauen, Feigheit, sich den Problemen zu stellen. Wegschauen und Schweigen sogar beim Elternbeirat! Keiner traute sich, die Probleme anzusprechen. Eine von mir vorgeschlagene Konfliktmediation wurde von allen Parteien abgelehnt.

Wir leben in einer Wissensgesellschaft, Wissen ist die wichtigste Ressource eines rohstoffarmen Landes. Halbgebildete werden zukünftig nicht mehr gebraucht! Deshalb brauchen wir mehr Czernys an den Schulen!

Bernhard Ufholz

Kommentar Icon Wer ist der Mensch oben und wer ist Jake?

Bernhard Ufholz | 28.08.2008, 15:27

Es mutet mir sehr seltsam an: es geht NUR um ein paar lächerliche Schulnoten, nicht um Leben und Tod, und trotzdem fühlen sich hier viele Schreiberlinge bemüssigt, anonym aufzutreten. Wer ist M., wer ist dieser Jake, und wer hat den ersten Artikel ganz oben geschrieben, der so vermeintlich "wissenschaftlich" daherkommt und dabei vor Fehlern strotzt?

Hat der Schreiber ganz oben schon mal erlebt, dass Schulnoten an der Grundschule einer Zweitkorrektur unterzogen werden?

Lesen Sie doch mal genauer nach, was die Wissenschaft tatsächlich über die Willkür von Noten feststellt, z.B. bei Prof. Dr. W. Bos beim Istitut für Schulentwicklungsforschung. Wenn Sie sich zu erkennen geben, erhalten Sie gerne von mir Literaturtipps.

Wenn Sie wirklich was über die Hintergründe erfahren wollen: Fragen Sie doch mal Frau Lemnitzer vom staatlichen Schulamt in Fürstenfeldbruck oder den Rektor der Grundschule in Puchheim am Gerner Platz.

Meine Tochter hatte dort Frau Czerny in der 1. und 2. Klasse. Die einhellige Meinung bei Eltern, Lehrern und Führungskräften dort war: das Niveau sei zu hoch, es müsse heruntergefahren werden! Was auch prompt erfolgte, als Frau Czerny krank wurde.

Seitdem langweilt sich meine Tochter in der Schule, und die Frau M. findet das gut, das müsse in der Grundschule so sein, dass die leistungsfähigeren Kinder vier Jahre ihrer wertvollsten Lernzeit verdödeln, weil sich unsere Schule nur am Mittelmaß zu orientieren in der Lage ist und weder für die Fixen noch für die Schwachen war zu bieten hat.

Die Schule in Bayern ist ein verstaubtes Auslaufmodell, und hoffentlich sind Rektoren und Schulamtsleiter, die ich kennenlernen musste, auch Auslaufmodelle.

Solange dieser ganze Apparat von Beckstein, von ganz oben gestützt wird, wird sich leider aber nix ändern. Hier kämpfen ein paar kleine Ameisen gegen einen Dinosaurier.

Die werden bekanntlich erst durch größere Katastrophen ausgelöscht, darauf müssen wir wohl in Bayern leider warten.

Kommentar Icon Wer ist Frau M.

M. | 28.08.2008, 16:05

Bernhard Ufholz

ich habe Sie nicht öffentlich angegriffen. Ich habe nur, ohne Ihren Namen voll zu nennen, ausgesprochen, was hier in P. sehr viele Leute sehen und Sie deshalb meiden, was das schlimmste ist, auch I. in der Schule.

Sie sind nach wie vor davon überzeugt, dass Wissen alles ist. In gewisser Weise ja, darum gibt es ja auch die verschiedensten Berufe. Nur es stellt sich halt die Frage, ob alles schon in der Grundschule beginnen muss, mit dem ganzen Druck? Fast jedes Kind soll aufs Gymnasium, warum? Wo lassen Sie denn in ein paar Jahren ein Auto reparieren, wenn es keine Fachleute mehr gibt? Es gibt auch Menschen, die ohne Abitur glücklich sind. Und das ist das Entscheidende, sie sind glücklich.
"Halbgebildete" (was für ein schreckliches Wort) wird es auch in Zukunft noch geben, mit und ohne Frau Czerny und Sie.

Wenn der Unfrieden nur bei Frau Czerny in der Klasse gewesen wäre, wäre die ganze Situation mit Sicherheit nicht so eskaliert, aber es betraf fast die ganze Schule; es war halt so und ist jetzt auch nicht mehr rückgängig zu machen.

Was sich so allgemein angespielt hat, war halt nicht in Ordnung.

Vielleicht wäre einfach nur ein bisschen Feingefühl und Einfühlungsvermögen hilfreicher gewesen, um Gespräche zu suchen. Nicht auf die rabiate Art wie es wohl leider geschehen ist.

Also, ich kenne jetzt einige Mütter an der Schule, deren Kinder eher zur Gruppe der Schwächeren gehören, da wird sehr wohl auch gefördert.
Wie Ihnen auch durchaus bekannt ist, gibt es an der Schule auch eine Interagtionsklasse, ob eine zweite folgt, weiss ich nicht, nur es wird wieder eine 1. Klasse geben, in der nur 19 Kinder sind. Einen gewissen Hintergrund wird das wohl schon haben.

Noch ein Schuljahr, dann haben Sie diese Schule ja überstanden.

Wissen ist nicht alles im Leben! Auch in Zukunft nicht.

Kommentar Icon -> B. Ufholz

N. Tholen | 28.08.2008, 16:46

Hallo,
wer "dieser Mensch oben" ist, können Sie im Impressum nachlesen.
Die Frage nach der Zweitkorrektur steht [wie Sie ebenfalls durch Lesen feststellen könnten] im Zusammenhang mit der Frage, ob die Noten der Frau Czenery berechtigt sind oder ob sie mit Einsern um sich schmeißt: Das kann man ja vielleicht nachprüfen, und man sollte es auch, wenn die anderen Lehrer als "Trottel" neben Frau Czerny stehen oder als solche von Czerny-begeisterten Eltern hingestellt werden.

Sie werfen mit vor, mein Artikel strotze vor Fehlern - vor welchen denn? Vielleicht sollten Sie im Ton auch etwas höflicher werden - Sie sind hier immerhin Gast in meinem Blog.

Kommentar Icon Hallo Herr Tholen

Bernhard Ufholz | 28.08.2008, 17:35

Höflichkeit ist nun mal nicht Sache wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Wenn es Ihnen wirklich darum geht zu prüfen, ob die Noten berechtigt waren oder nicht: warum lassen Sie nicht alle Proben durch unabhängige Gutachter prüfen und mit denen der Parallelklassen vergleichen?

Ich kenne eben Frau Czerny, meine Tochter durfte sie 1 1/2 Jahre lang als Lehrerin haben, bevor Kollegen, Rektor und Schulamt sie soweit brachten, dass sie zusammenbrach.

Die Kritik damals an ihr war nicht: die Noten seien zu gut. Die Kritik war: die Klasse sei eine "Eliteklasse", das Niveau sei zu hoch, es würde Drittklass-Stoff vermittelt.

Bitte fragen Sie mal andere Eltern, bevor sie urteilen.

Ihr Punkt 4: ich zitiere:
4. Die Gauߑsche Normalverteilung soll als Kriterium der Notenvergabe dienen.
Das ist Unsinn - aber in der Wirklichkeit ist halt einiges nach dieser Normalverteilung verteilt, z. B. der IQ großer Bevölkerungsgruppen.

Stimmt es denn nicht, dass erwartet wird, dass sich die Noten annähernd normalverteilt darstellen? Wird ein Ergebnis von nur 5 und 6 oder von nur 1 und 2 akzeptiert? Wohl kaum, oder?

Wenn ich schon Denkleistungen, die auch Merkleistungen sind, messen will, werden die sich immer annähernd normalverteilt ergeben, weil Denken und Merken eben auch biologisch ablaufende Vorgänge sind und beim einen schneller und effektiver gehen als beim anderen.

Gauß kann da wirklich nix dafür, das ist auch die Schwäche im Artikel von Herrn Bleher.

Die Gemeinheit beginnt doch schon vorher: wie kriege ich denn wenig Einser, viele Dreier und Vierer? Erzählen Sie bitte mal als Lehrer, wie sie das schaffen?

Angenommen ich bringe allen Schülern bei, wie Prozentrechnen geht, und alle haben alles verstanden?
Dann macht wohl in einer Probe keiner mehr einen Fehler, außer vielleicht kleine Flüchtigkeitsfehler, oder? So schwer ist es ja wohl nicht, das kann schon fast jeder begreifen, wenn ich es nur ordentlich erkläre. Oder?

Und dann WILL ich aber doch die ganze Notenskala haben. Dann muss ich halt so viele Aufgaben stellen, dass in der gegebenen Zeit nur wenige Schüler alle Aufgaben lösen können. Oder? Auch dann krieg ich ungefähr eine Normalverteilung hin.

Der ZWECK der Schule ist eben nicht Vermittlung von Wissen. Das ist das Brutale, das über Frau Czerny aufgedeckt wird. An der Wissensvermittlung entlang wird zugleich die Sortierung betrieben.

Für diesen Zweck sollte sich niemand hergeben, aber leider gibt es eben ein paar Millionen Lehrer, und kaum einer findet daran was schlecht.

Übrigens wird die Sortierung auch nicht schöner, wenn sie wie in Skandinavien erst nach der 8. Klasse erfolgt. Nur sparen die sich dabei die absoluten Opfer, jene 20 % Ausschuss, die unsere Schule laut PISA produziert. 20 % funktionale Analphabeten entläßt die Schule in Deutschland! Sie wollen doch bitte nicht ernsthaft behaupten, dass die nicht Produkt der Schule seien? Oder sind die Deutschen genetisch blöder als die Finnen oder die Koreaner?

Kommentar Icon Zur Frau M.

Bernhard Ufholz | 28.08.2008, 17:51

Sie wissen sehr genau, dass mich einige Menschen in Puchheim kennen und mit meiner Kritik an den Zuständen in der Schule am Gerner Platz in Zusammenhang bringen.

Insofern ist das öffentliche und anonyme Verleumdung, was sie da machen.

Herr Tholen sollte sich mal überlegen, ob er sich nicht mit Ihnen gemeinsam dabei strafbar macht. Also lassen Sie bitte das Persönliche und bleiben Sie bei der Sache, sonst gehe ich gerichtlich gegen Sie vor.

Ich gebe Ihnen soweit recht: nein, Wissen ist nicht alles, und es macht überhaupt nicht glücklich! Ich bin auch kein Fanatiker des Wissens. Ich bestehe einfach darauf, dass die Zeit der Grundschule, in der Kinder am Leichtesten lernen und auch noch Spass daran haben, besser genutzt werden kann als an unseren Schulen.

Das Zeitfenster zum Lernen, das Kinder am Nachmittag haben, liegt brach! Fragen Sie mal meine Tochter, wenn Sie immer behaupten, wir würden sie zu den Aktivitäten am Nachmittag zwingen, bevor sie sowas öffentlich und anonym als Verleumdung in die Welt setzen.

Kinder wollen was machen, was erleben. Sie haben ja recht, dass das absolut nicht immer nur Unterricht sein muss, im Gegenteil! Aber genau das vermisse ich an unserer Schule. Wo bleiben Projekte, wo bleibt aktives Erleben, Exkursionen, etc. Es wird ein fades Programm abgespult, und ich kann Ihnen einige Kinder nennen, die in der Klasse meiner Tochter jetzt schon unter der Schulbank lesen, weil sie sich LANGWEILEN.

Finden Sie das gut?

Finden Sie es gut, wenn Kinder die Schule verlassen, die nicht richtig Lesen und Rechnen können? 20 % in Deutschland!!! Bitte werfen Sie halt mal einen Blick in die PISA-Studie, bevor Sie urteilen! Die braucht die Wirtschaft heutzutage überhaupt nicht mehr, die sind jetzt schon als Hartz4-Empfänger abgestempelt.

Tatsächlich braucht es auch Menschen, die mauern und anstreichen. Da haben Sie wohl recht. Aber warum sollte man das nicht auch mit Abitur können? Ich war mehrere Jahre MIT Abitur Bauspengler, warum soll das nicht gehen?

Warum bitte soll schon die Grundschule einen Teil der Kinder am Zugang zum Wissen hindern? Bitte warum? Damit die lieber rechtsradikal wählen, statt sich für ihre Interessen einzusetzen, oder was.

Bitte warum? Ich versteh es nicht.

Kommentar Icon Hallo Herr Tholen

Bernhard Ufholz | 28.08.2008, 18:26

Genau dagegen will ich argumentieren: es ist natürlich leicht, alles damit abzutun, dass Frau Czerny einfach gute Noten gegeben habe. In diese Richtung geht die meiste Kritik an ihr, was anderes fällt doch kaum jemand ein.

Es wär doch wirklich spannend: wenn sie schon vom Schulamt geschuriegelt wird, dann soll es doch mal durch zwei unabhängige Gutachter, von denen ich einen benennen darf, den NACHWEIS führen, dass sie zu gute Noten gegeben hätte.

Im Übrigen: sie zur "Lichtgestalt" zu erheben wäre wirklich Blödsinn. Sie ist doch nur ein armes Lehrerlein, die guten Unterricht macht und es dabei moralisch nicht übers Herz bringt, den Kindern für ihre m.E. ganz offensichtlichen guten Leistungen Fünfer und Sechser zu geben.

Verfolgt wird sie halt nun mal. Oder halten Sie das für gerechtfertigt, dass sie von der Schule verstetzt wird, zwei Tage nach Erscheinen es ersten Artikels? Hat sich da nicht das Schulamt ein böses Eigentor damit geschossen und den "Fall" erst richtig zum Kochen gebracht?

Andere Lehrer werden in solchen Fällen mit subtileren Schikanen auf Linie gebracht. Die Nachfolgerin von Frau Lemnitzer steht ja bereits in den Startlöchern, die wird das schon diplomatischer hinkriegen, dass die Czerny irgendwann den Dienst quitiert, denn beamtenrechtlich dürfte es wohl schwierig werden, gegen sie vorzugehen.

Bitte glauben Sie mir eines: ich arbeite selbst seit vielen Jahren in der Bildungsforschung. Die Schule war für mich eine ganz neue Welt: so viel Dummheit, so viel schlechte Qualität, so viel Inkompetenz der Führungskräfte hab ich noch nirgendwo in der Erwachsenenbildung erlebt!

Die USA hatten eine ähnliche Misere! Hillary Clinton hatte den Mut, das als noch als Präsidentengattin zum Thema zu machen. Lehrer mussten sich prüfen lassen, und es ging ein Aufschrei durch die Nation! Wir sind die Prüfer, wir dürfen nicht geprüft werden.

Aber sie hat es durchgezogen! Und die USA haben bei PISA besser abgeschnitten als Deutschland.

Bei uns kann heute niemand mehr eine Schraube produzieren, ohne ein Qualitätsmanagement nachzuweisen. Aber jeder darf mit den Kindern anstellen, was er will, sobald er das Staatsexamen hat. Von Qualität an der Schule will niemand wirklich was wissen. Und Sie wissen als Lehrer wahrscheinlich selber, dass die Evaluation durch das ISB eine Farce ist.

Kommentar Icon Kommentar aus dem Monitor-Forum, es gibt immer mehrere Sichtweisen.......

Mutter aus Germering | 28.08.2008, 21:30

Das hier diskutierte Thema erreicht in meinen Augen langsam eine gewisse Tragik. Mir tun die Eltern der neuen ABC – Schützen der Schule leid, sie müssen durch die mittlerweile doch stark in die Schlagzeilen geratene Geschichte sehr verunsichert sein. Wir alle wissen, es gibt an jeder Schule mehr oder weniger gute Lehrer, einige passen für unsere Kinder besser, andere nicht. Das haben wir alle an eigenem Leib zu unserer Zeit erlebt. Ich finde es unmöglich, hier die mail-Adresse der Schule zu veröffentlichen mit der Aufruf: So denen zeigen wir’s jetzt mal, was wir von Ihnen halten! Wir alle können uns wohl vorstellen, dass durch die mittlerweile derart öffentlich breitgetretene Versetzung genug Druck auf die Schulleitung von allen Seiten ausgeübt wird. Haben wir wirklich erwartet, die Schulleitung würde sich öffentlich äußern? Es ist ihr gutes Recht, dies nicht zu tun, und mal an die eigene Nase gepackt, wer von uns würde das, wenn er bereits derart am Pranger steht?
Ich finde es absolut falsch, das Lehrerkollegium der Schule in dieser Weise, wie es hier im Forum getan wurde, darzustellen. Wenn man die Lehrkräfte nicht kennt, darf man sich nicht so äußern. Es gibt viele engagierte junge Lehrer, die an dieser Schule arbeiten. Mein Kind hat nie Unterricht bei den Lehrkräften der Parallelklassen gehabt, doch haben meines Wissens beide den Ruf, kompetente, erfahrene und ehrliche Menschen zu sein, die ihre Kinder gut auf den Übertritt vorbereiten. Zu der Äußerung, es ist bekannt, dass die Schule generell weniger Kinder an die weiterführenden Schulen lässt als im Stadtvergleich mit anderen Schulen, dies mag richtig sein. Es fehlt jedoch die Ausgewogenheit. Demnach muss nämlich auch bekannt sein, dass ebenfalls im Vergleich mit anderen Schulen am wenigsten die Kinder dieser Schule wieder zurückgestuft werden müssen.
Auch ich bin der Meinung, dass unser Schulsystem in vielen Dingen reformbedürftig ist, demnach finde ich diese Selektion in so jungen Jahren nicht in Ordnung, da uns andere Länder zeigen wie es besser geht. Gerade wenn ich daran denke, dass die Kinder bei ihrer Einschulung immer jünger werden, schrecklich. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Eltern, die einer Lehrkraft mit dem Anwalt drohen, falls ihr Kind nicht aufs Gymnasium kommt. Auch diese Fälle gibt es.
„Die Schulen müssen gleichmäßig besetzt werden, ansonsten müssten bestehende Hauptschulen reihenweise geschlossen werden“.. ich fürchte, auch hier ist etwas Wahres dran, vor allem da ja der Ausbau zur Ganztagesschule gefördert wird.
Viele Lehrkräfte haben sich hier im Forum geäußert. Aber ich frage mich, wo und wann wenn alle Missstände so offensichtlich sind, die Lehrerverbände, die Elternverbände und die Presse als auch die Eltern einer Meinung sind , wo bleiben dann die so nötigen Verbesserungen? Wo muss man ansetzen, wo sind die richtigen Stellen, an die man sich wenden muss, sich auch eine Frau Czerny wenden kann, um etwas in Gang zu bringen?
Wir haben eine Schulklasse gehabt, die schon zu Beginn ihrer Schullaufbahn eine gut zusammengestellte Gruppe war. Die Leistungen vieler Kinder waren schon immer prima. Andere haben sich etwas später weiterentwickelt. Zudem hatte Frau Czerny eine relativ kleine Klasse mit 24 Kindern. Diejenigen, die den Klassenverband verlassen haben, gehörten zu den schwächsten der Klasse, und zwar alle. Leider muss ich einigen Forenbeiträgen recht geben. Mir war ebenfalls aufgefallen, dass in mehreren Fällen von Deutsch und Mathe Hausaufgaben gegeben wurden, die dann sehr ähnlich abgefragt wurden. Alle Lehrkräfte hier im Forum wissen, wie sehr eine Lehrkraft in welcher Richtung auch immer Einfluss nehmen kann auf die Leistungen ihrer Schüler, dies ist kein Geheimnis. Es genügt schon, auch wenn es sich um Vergleichsarbeiten handelt, evt. die Fragen vorzulesen, gewisse Dinge zu betonen und auch nur kleine Andeutungen zu machen. Schon steht das Leistungsspektrum um mehrere Punkte anders dar. Ich denke, jeder Lehrer weiß das.
Leider habe ich Frau Czerny, so wie in einigen Forenbeiträgen geschildert, nicht erlebt. Die zugegeben wenigen Male, in denen ich mit ihr zusammentraf, und zwar von Beginn des Schuljahres an, habe ich sie leider nur gereizt, nervös und leider alles andere als respektvoll umgehend mit den Kindern erlebt. Ich respektiere die guten Erfahrungen der anderen, aber ich muss dem Forenbeitrag „Zum Beispiel erklärt sie ihnen, dass sie, wenn sie weiterhin so frech sind nicht weiß, ob sie das gesundheitlich schafft und bald krank wird. Kinder in der Grundschule lieben ihre Lehrer. Wenn eine Lehrerein nun sagt sie wird wegen ihnen krank, bekommen die Schüler extreme Schuldkomplexe und fühlen sich verantwortlich! „ recht geben, denn so wurde es mir zu Hause auch erzählt. Soviel zu den vielen Möglichkeiten der Manipulation, gerade auch zwischenmenschlich.
Auch möchte ich anmerken, das die Elternschaft sich nicht geschlossen(siehe taz) in einem Brief an die zuständigen Behörden gewandt hat. Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mehrere dies nicht getan.
So nun zum eigentlich wichtigen: Was will Frau Czerny, ist sie gegen den so frühen Übertritt, gegen Noten oder den dadurch verursachten Druck? Ich weiß es nicht, in keinem der bisherigen Beiträge hätte ich wirklich entnehmen können, worauf Frau Czerny ihre Ziele gesetzt hat oder was ihr Konzept ist, dass sie anderen Lehrkräften anbietet? Kinder sollen mit Spass lernen dürfen, soviel habe ich erkannt, ich halte dies ebenfalls für absolut wichtig hinsichtlich der zu erbringenden Leistungen an weiterführenden Schulen, damit die Motivation erhalten bleibt.
Die Beiträge hier haben gezeigt, viele Fragen sind offen, es gibt sehr viel Unsicherheiten und die Obrigkeiten in Bayern sind stark festgefahren. Was mich traurig machen würde, ist wenn von all dem nichts anderes übrig bleibt als: Ach weißt du noch, das ist doch die Frau Czerny, die hat damals soviel Ärger verursacht und wurde strafversetzt von dieser Schule da………

Weder die Schule in Germering noch Frau Czerny haben dies verdient, das nur negatives an Ihnen haften bleibt! Aber so ist der Mensch, nicht das Gute steht im Vordergrund, da kann ich mich gar nicht ausschließen und uns allen fällt es viel leichter zu kritisieren als zu loben….

Frau Czerny lässt keine Meinung ausser ihrer eigenen gelten, wer sie kennengelernt hat, kann mir nicht weismachen, dies nicht ebenfalls bemerkt zu haben. Mit Kritik kann sie überhaupt umgehen, auch wenn Kinder Ihre eigene Meinung vertreten... Vielleicht hätte sie mit mehr Feingefühl oder Diplomaie mehr erreichen können, als mit dem Kopf durch die Wand zu gehen.
Das kann nicht der richtige Weg sein.
Schade, denn ihr Konzept kenn ich immer noch nicht, nur leider hat sie es nicht geschafft, dass mein Kind mit Spass gelernt hat.

Kommentar Icon -> B. Ufholz

N. Tholen | 28.08.2008, 21:56

Versehentlich habe ich meinen Kommentar, auf den der letzte Kommentar von Herrn Ufholz antwortet, gelöscht. Tut mir Leid, ist nicht mehr zu ändern.

Der Tenor war:
1. Ich kenne die reale Frau Czerny nicht, sondern nur den Bericht des Herrn Bleher; in diesem Bericht wird sie als jemand dargestellt, der wegen ungewöhnlich guter Benotung angefeindet wird.
2. Aus diesem Bericht erfährt man nicht, wie Frau Czerny denn arbeitet, wie sie Unterricht organisiert, sodass auffällig viele gute Ergebnisse [resp. Noten] zustande kommen. Man liest nur wertende Floskeln wie "dass Lernen Spaß macht", dass sie "innovative Methoden" (welche denn?) verwendet usw.
3. In Blehers Bericht wird sie als Lichtgestalt und unschuldig Verfolgte hingestellt, während alle Kollegen ausnahmslos Trottel, hartherzige Zyniker, inkompetent usw. sind.
4. Es ist sehr fraglich, ob Bleher ihr (oder sie sich, da sie ihm ja Informationen gegeben hat) mit dieser Art der Darstellung einen Gefallen getan hat: Welches Kollegium nimmt denn eine Neue, die reale Frau Czerny, freundlich auf, wenn sie [also die Bleher-Czerny] mit diesem Anspruch auftritt: "Kommt alle zu mir, damit ihr lernt, wie Unterricht richtig gemacht wird."

Man muss also die wirkliche Frau von der Bleher-Czerny unterscheiden; ich kenne nur die zweite und spreche nur über die zweite.

Es fällt übrigens auf, wenn man die Kommentare in SZ und taz verfolgt, wie stark die Bleher-Czerny (dank ihrer Unbestimmtheit) Projektionsfläche für alles Mögliche ist, bis hin zum Kampf gegen den Kapitalismus.
Ich empfehle, in diesem Zusammenhang die Einleitung zu B. Bettelheim: Kinder brauchen Märchen, zu lesen; dann wird man feststellen, dass Bleher eine Art Märchen von der armen, tüchtigen Sabine erzählt hat... [wie gesagt, ich spreche nicht von der wirklichen Frau Czerny].

Kommentar Icon Herr Ufholz

M. | 28.08.2008, 23:01

Es tut mir leid, wenn Sie meine Ausführung als persönlichen Angriff sehen. Bitte nehmen Sie das als Entschuldigung.
[...] .......................................................................................................................................................... Ich schneide hier die Ausführungen ab, weil eine Wiederholung von Argumenten weder die Argumente verstärkt noch zu einer Verständigung führt. Beide Seiten (M. / Ufholz) haben ihre Argumente vorgebracht, lassen wir sie jetzt so stehen!
N. Tholen

Kommentar Icon Diskussion oder Polemik?

Anton Kalchschmid | 29.08.2008, 00:44

Lieber Herr Tholen,
Ihr Blog verkommt gerade zu einem eher unschönen Tummelplatz von wenig hochstehenden und auch unqualifizierten Äusserungen. Die anonymen und polemischen Angriffe von Jake R., M. und betroffener Mutter disqualifizieren sich wohl selbst. Aber ich verstehe nicht, wieso anscheinend auch Sie die doch zahlreichen und nicht-anonymen Beiträge in anderen Foren (SZ, taz, Monitor, FR) ignorieren und hier nur die "faulen Eier" zitieren? So, als ob Frau Czerny und alle jene Eltern und v.a. Lehrerkollegen (!), die Czernys Erfahrungen bestätigen, alles nur erfunden haben? Die Artikel von Christian Bleher scheinen mir im Übrigen mitnichten tendenziös, so wie Sie es darzustellen versuchen. Dass er nicht ALLES in die ihm zur Verfügung stehenden Zeilen gepackt hat, könnten Sie ja auf den zuständigen Redaktionen anmahnen. Er hätte vielleicht nichts dagegen, viel ausführlicher über Hintergrund und seine Recherechen zu schreiben. Mir scheint, er hat durchaus überzeugende Beispiele gewählt (Ihre Argumentation, wieso ein Beispiel nichtssagend sein soll, weil es den Lesern vorher unbekannt war, kann ich leider nicht nachvollziehen), hat sie verständlich formuliert, hat stets eine klare Aussage in seinen Artikeln (die sie natürlich kritisieren können, wenn sie entsprechende Argumente haben), und hat zudem einen sprachlich prägnanten, ruhigen Stil. Und viele der von Ihnen aufgedeckten "fragwürdigen Punkte" sind übrigens durch die veröffentlichten Beiträge und Artikel schon beantwortet. Haben Sie z.B. das hr2-Interview mal angehört? Oder haben Sie die Kommentare der vielen dankbaren Eltern gelesen? Sind die alle nur erfunden? Daraus geht nämlich hervor, dass es gerade nicht die besseren Noten sind, die als Hauptqualitätsmerkmal angeführt werden, sondern das selbständige, motivierte Lernen- die besseren Noten sind sozusagen nur das Nebenprodukt. Zudem sind z.B. auch alle Methoden, die vermeintlich wissenschaftlich die Notengebung überprüfen, um daraus eine Leistungsbewertung abzuleiten, irreführend: Noten und Leistung haben gar nichts miteinander zu tun. Wenn schon Noten, dann wären zumindest endlich allgemeine Standards nötig, die ein Leistungsziel formulieren. Daran könnten Lehrer und Schüler sich orientieren und messen. Mich würde es jedenfalls weitaus mehr interessieren, in einem Forum über solche Fragen zu diskutieren, als nur pseudo-wissenschaftlich oder gar polemisch herumzunörgeln. Frau Czerny hin oder her, sie hat auf jeden Fall ein grundlegendes Problem in unserem Schulsystem angesprochen. Vielleicht wäre es wert, das zu erkennen und als Anregung aufzunehmen.

Kommentar Icon -> A. Kalchschmid

N. Tholen | 29.08.2008, 08:36

Hallo, Herr Kalchschmid,
Sie haben das Wort bekommen, obwohl Ihr Kommentar zeigt, wie sinnlos diese Diskussionen sind. Ich beschränke mich zur Begründung meines Urteils über Ihren Kommentar auf drei Aspekte:
1. Ich habe ausdrücklich immer wieder gesagt, dass ich Frau Czerny nicht kenne und dass es mir nur um den Artikel geht. Haben Sie das nicht gelesen?
2. Ich habe erklärt, wieso die Umstände des Weiß-Experiments nicht bekannt sind (was eine 'kritische' Argumentation mit dem Experiment fragwürdig macht). Dazu habe ich mich später korrigiert, dass bei Bleher die %-Zahlen genannt sind. Haben Sie beides nicht gelesen?
Randbemerkung: Das Weiß-Experiment hat gezeigt, dass sich über 80 % der Lehrer beinahe einig waren. Versuchen Sie mal, bei einem Bauschaden 80 % der Bauingenieure, bei einer Diagnose 80 % der Ärzte und bei einem Rechtsstreit 80 % der Richter zu finden, die sich beinahe einige sind!
3. Wenn Sie nicht sehen, dass der Bleher-Artikel parteiisch ist, kann ich Ihnen nicht helfen: Nennen Sie mir eine einzige Lehrperson außer Frau Czerny, die in diesem Artikel positiv wegkommt!
Ich habe auch an Herrn Bleher geschrieben, der will mir nach seinem Urlaub antworten.

Allgemeines Fazit:
Solche Kommentare oder Internet-Foren sind nicht geeignet, Streitfragen zu klären; dazu müssten alle Teilnehmer v i e l disziplinierter lesen und schreiben, sich auf wenige Themen beschränken - und einklammern, dass sie in einem Streit Partei sind.
In solchen Foren oder Kommentaren kann allenfalls Leuten das Wort erteilt werden, die sonst keine Möglichkeit haben, ihre Meinung zu veröffentlichen. Das ist geschehen; ich werde keine weiteren Kommentare in dieser Sache freischalten - wer m i r etwas sagen möchte, wird dazu einen Weg finden. Was mir erneut auffällt: dass anscheinend nur schwer gegen eine Position argumentiert werden kann, ohne dass der "Gegner" menschlich attackiert wird; umso mehr ist es anzuerkennen, wenn jemand (wie Frau M.) diese Kurve kriegt und sagt: Entschuldigung... Es gibt hier ja auch einen Herrn, der mich beschimpft hat und sich beschwerte dass ich ihm darauf mangelhafte Lesekompetenz bescheinigt habe; als ich ihm bewusst gemacht habe, wer mit dem Schimpfen angefangen hat, hätte er sagen können: "Entschuldigung...", aber so weit ging seine Kommunikationskompetenz auch wieder nicht.

Norbert Tholen

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