Sind wir verpflichtet, unsern Irrtümern treu zu sein? (FN)
norberto42 | 16 Juli, 2008 21:02
Das Lehrbuch TTS behandelt Reden bzw. Redeanalyse an zwei Stellen, S. 406 ff. und S. 485 ff.
Geht man von den „Grundkategorien“ (S. 406) aus, so ist zu den Aspekten (2) bis (5) folgendes anzumerken: Die schwierige Frage ist die nach der „Redeabsicht“, besser: Absicht (Intention) des Redners - denn eine Rede kann ja keine Absicht haben! Absicht ist etwas Inneres, was man nicht erkennen, sondern erschließen kann; man erschließt es aus dem, was der Redner einem bestimmten Publikum in einer bestimmten Situation sagt und wie er es sagt.
Was er sagt, wird mit (2) abgedeckt. Bleiben für die Frage nach dem Wie die Aspekte (3) bis (5); der Begriff der Strategien und des Aufbaus legen es nahe, eine weitere Hilfsfrage einzuführen: Was tut der Redner, indem er dies und das (Inhalt) so und so (wie) sagt? Wir kommen also ohne den Begriff des sprachlichen Handelns, der Sprechakte, den pragmatischen Aspekt also nicht aus.
Wenn man das Schema der Sachtextanalyse (S. 484, als Vorschlag, wie man einen Aufsatz schreibt) mit dem so kritisierten Kasten von S. 406 verbindet, und sinngemäß die „kurze Einführung“ durch eine (aber wirklich) kurze „Wiedergabe des Inhalts“ ersetzt, hat man ein brauchbares Schema für eine Analyse:
1. Einleitung, kurze Wiedergabe des Inhalts;
2. Hauptteil:
2.1 Untersuchung dessen, was der Sprecher tut;
2.2 daraus erschlossen, was seine Intention ist;
2.3 falls gefordert: Beurteilung (Wertung) der Rede, sonst
5. Schluss.
Kommentar zu den „Leitfragen der Redeanalyse“ (S. 485 f.)
Die Leitfragen zu „I. Redesituation“ teilt man in (1 - 4) und (5 - 6). In die Einleitung gehört nicht die jeweils zweite Frage von (1, 3, 4, 5) - die gehört zum Hauptteil!
Zu „II. Inhalt“ (Was sagt der Redner?) gehören (7, 8, 9); (10) gehört in den Kontext der erschlossenen Absicht.
Die „III. Redeabsicht“ wird mit (10, 11) erfragt, im Anschluss daran auch in (13).
(12, 14 - 17) gehört in die Analyse dessen, wie der Redner spricht und was er tut. Dahin gehören auch die folgenden Fragen (18 - 32); es bleibt also die Aufgabe, für die Fragen „Wie spricht der Redner?“ und „Was tut der Redner?“ Schemata zu entwerfen, damit in den Wust der Fragen eine gewisse Ordnung einzieht.
Mit Frage (27) wird auf die Tabelle S. 487 verwiesen; in dieser Tabelle gehören Aufwertung / Abwertung und Dramatisierung / Beschwichtigung zueinander; „Ablenkung vom Thema“ ist eine Taktik des Verschleierns und gehört zu (13), als Pendant zu „Offenheit“.
P. S. Das wirre Schema in TTS ist irgendwo abgeschrieben - ich hatte auch schon einmal die Quelle gefunden - wo war sie noch mal?
Chris Schmitzi | 02.03.2009, 14:10
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das hilft mir weiter
danke mein retter !
cya around