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Sind wir verpflichtet, unsern Irrtümern treu zu sein? (FN)

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Balladen in Kl. 7 - über didaktische Fiktionen: Fortsetzung von „Warum nur, warum...

norberto42 | 27 November, 2007 18:43

In Klasse 7 liest man am Gymnasium gern Balladen, vor allem deshalb, weil sie in den Arbeitsbüchern stehen und weil man das immer so gemacht hat..

Sie finden den Text jetzt unter http://norberto68.wordpress.com/2012/12/16/balladen-in-kl-7-uber-didaktische-fiktionen/ 

Kommentare

Kommentar Icon -> Norberto42

Kurt Jakob | 28.11.2007, 00:05

Lieber Kollege

Vielen Dank für diesen sehr interessanten Beitrag. Er passt sehr gut zu einem Erlebnis, das ich heute in der Schule gehabt habe.

Heute hat mich ein Schüler nach einer Deutschstunde angesprochen, er hat den Unterricht kritisiert, er sei langweilig, wir würden nichts machen. In der Klasse seines Zwillingsbruders, an der gleichen Schule, würde viel mehr laufen. Nach meinen vielen Vorbereitungen gerade in dieser Klasse, hat mich das schon sonderbar berührt: wir würden nichts machen?
Was in der letzten Stunde geschah: Die Schüler (12. Klasse) mussten einen anspruchsvollen Text, eine Kolumne aus einer bekannten Schweizer Zeitung, auf seine Argumentationsstruktur untersuchen, wir haben die Lösungen dann besprochen, und ich glaube, am Schluss haben alle, oder doch die meisten den Text verstanden. Den Text und die Aufgabe haben die Schüler vor einer Woche bereits bekommen. Heute nun haben einige Schüler gesagt, sie wären mit dem Text überfordert, man verstehe ihn nicht. Am Ende der Doppelstunde hatten die allermeisten Schüler den Text verstanden.

Auf meine Nachfrage, was denn in der Klasse seines Bruders so anders laufe, meinte der betreffende Schüler: dort würde man aus dem Schulzimmer gehen, man mache Filmdrehbücher, man interviewe Personen, man gehe an Veranstaltungen, man sei einfach aktiv.

Ich habe mit dieser Klasse tatsächlich wenig Veranstaltungen (Theateraufführungen, Schriftstellerlesungen) besucht, das werde ich nachholen, bei 5 Deutschklassen ist das aber nicht so einfach. Haben wir keine Filmdrehbücher erstellt? Einmal doch, da haben wir eine Szene aus einem Buch dramatisiert und szenisch dargestellt, aber daran hat sich der Schüler wohl nicht mehr erinnert. Da fällt mir ein, einmal waren wir noch auf einer zweitägigen Schulreise. Ein anderes Mal haben wir Szenen aus einem Drama gespielt, aber das ist alles lange her für ein Schülerleben.

Was also fehlt? Wir sind meist im Schulzimmer, manchmal im Computerraum, wir arbeiten an und mit Texten. Ich greife zu Methoden der Visualisierung, ich setze Videos, Podcasts ein. Da fällt mir so nebenbei ein, einmal haben die Schüler einen Prosatext szenisch lesen und dann aufnehmen müssen. Wir haben die Aufnahmen angehört und besprochen. Aber wir arbeiten meist im Schulzimmer. Wir arbeiten an und mit Texten. Das ist nicht immer abwechslungsreich, vor allem dann, wenn man die Texte nicht auf Anhieb versteht.

Ich werde in der nächsten Stunde Ihr Zitat des Interviews mit Oliver Bierhoff der Klasse präsentieren:
„Du musst eben bereit sein, mit Hingabe solche Basics zu üben. (...) Das ist langweilig, aber: Repetition ist the mother of skills, wie das so schön heißt.“

Das Üben fällt den Schülern, aber auch einigen Lehrern schwer, in den Lehrbüchern ist es offensichtlich auch nicht mehr vorgesehen.

Grüsse aus der Schweiz.

Kommentar Icon Treffer

Markus Märkl | 28.11.2007, 07:42

Ihre Bemerkungen über die Schulbücher, die ich aufmerksam verfolge, finde ich absolut zutreffend. Ich will hier keine Verlage, Autoren und Titel nennen, aber was hier an Substanz auf schön buntem Papier mit coolen Bildchen gedruckt wird, löst bei mir schon Kopfschütteln aus. Ich werde bei Gelegenheit ein paar Beispiele aus Realschulbüchern bringen, eines nur kurz vorweg gesagt: Die inhaltliche Aufbereitung vieler Unterrichtsinhalte kann oft nicht so übernommen werden, sondern bedarf der Nacharbeit. Die Übungssequenzen finde ich bei vielen neueren Schulbüchern viel zu kurz und auch zu wenig - da muss ich mich selber hinsetzen und Übungsaufgaben entwerfen. Da habe ich das Gefühl, dass es in älteren Schulbüchern mehr an Arbeit für die Schüler gab und dass viele Arbeitsaufträge sich heute auf mündliche Anregungen stützen - aber ich kann mich auch täuschen. Ich finde nur, Schreiben lernt man nur durch Schreiben, nicht durch Reden darüber.

Kommentar Icon -> Zwei Kommentare

Norbert Tholen | 28.11.2007, 08:11

Liebe Kollegen,
ich freue mich über die Zustimmung und befürchte, das wir einen Stil des Unterrichtens repräsentieren (resp. dass ich repräsentiert habe), der nicht "modern" ist, sondern auf Nachhaltigkeit setzt, dafür auf Schnickschnack verzichtet.
Vielleicht kann man es mit dem Kollegen Jakob dahin formulieren: Konzentration vs. Zerstreuung?

Kommentar Icon Kärrnerarbeit

Markus Märkl | 28.11.2007, 19:59

Ich zitiere einen Satz aus einer Arbeit eines Schülers der 9. Klasse, die ich in diesem Jahr übernommen habe (Thema: Erwartungen an den Beruf): "Ein erster Aspekt im Thema Erwartungen gehört dem Verdienst an. Heutzutage ist es leider so, dass es kaum noch Arbeitsstellen gibt. Wenn bekommt man einen Mindestlohn von einen Euro die Stunde. Dies reicht leider kaum zum Leben, selbst für einen einzigen Menschen."
Also - hier beginnt die Kärrnerarbeit an Stil und Ausdruck zu arbeiten, Basics würde Bierhoff sagen. Naütrlich können innovative Unterrichtsformen dies unterstützen (Gruppenpuzzle, Arbeit mit Wiki). Es muss aber doch dazu führen, dass die Schüler etwas dazulernen in diesem kritischen Punkt des Deutschunterrichts. Hier vermisse ich die große Diskussion über Aufsatz, Stil und Ausdrucksübung und Konzepte dies effektiv in den Unterricht einzubringen. Dass die Schüler hier das Gesicht verziehen ist verständlich, denn es ist der Knochenjob. Kaspar Spinner hat das sicher anders gemeint vor 20 Jahren mit seinem Konzept - was durch den Trichter der Lehrerfortbildung "unten" ankommt, ist dann einfach zum in die Tonne treten. Ich habe wirklich viel auch handlungsorientierte Konzepte erprobt und mache dies immer noch ab und an, unterm Strich ist die Arbeitsqualität doch eher dürftig. Meist war ich Ideengeber - und ich vermute es geht ganz vielen so. Ich kann auch noch ein paar trostlose Fotos von noch ärmlicheren Plakaten (Goethes Leben) zeigen, die vom letzten Schuljahr immer noch in der Schule hängen. Welchen Mehrwert dies haben soll - ich weiß es wirklich nicht.

Kommentar Icon Balade

Thomas | 21.04.2009, 15:52

hi
nächste woche schreibe ich in deutsch eine arbeit.thema:balladen.
Was muss man beachten wenn man eine Balade untersucht etc.kennt ihr gute seiten zum üben?
Danke euch.ciao
nana

Kommentar Icon hilfe

fee | 29.04.2009, 17:51

die arbeiten sind schwer zu machen es gibt ein paar bücher wo hilfreiche tipps darin zu finden sind! euren tipp kann ich auch gut gebrauchen ...

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