Sind wir verpflichtet, unsern Irrtümern treu zu sein? (FN)
norberto42 | 09 Februar, 2007 07:41
Angeregt durch einen Artikel in einem vom „Lehrerfreund“ gelobten Blog, möchte ich kurz darstellen, wie ich im Fach Deutsch Hausaufgaben bespreche, welche der Einübung und Festigung bestimmter Arbeitstechniken dienen:
1. Wenn ein Arbeitsblatt zu bearbeiten war, was relativ selten der Fall ist, lässt man es am besten mit einem Bleistift bearbeiten; dann können Schüler leichter „falsche“ Lösungen korrigieren.
2. Für den anderen Fall, dass sie in irgendeiner Form einen „Aufsatz“ anzufertigen hatten (bitte nur zu jeder zweiten Stunde, wenn man auf ordentliche Arbeit Wert legt), wende ich zwei Techniken an:
a) Jeder Schüler hat ein Blatt Papier vor sich, zieht in der Mitte einen Strich und hört sich die HA an - aber zweimal, damit man beim zweiten Mal weiß, worauf man beim Hören achten will. Dabei notiert jeder Stichworte zu dem, was ihm positiv oder negativ auffällt. Anhand dieser Stichworte kann er sich dann äußern (und bereits behandelte Stichworte auf seiner Liste streichen).
Wozu die Schüler sich äußern, lasse ich hier offen; ich dränge aber darauf, entlang der Aufgabenstellung zu denken und zu argumentieren. - Was ich nicht tue, was man aber vielleicht sinnvollerweise täte, ist: prinzipiell mit dem Positiven (Lob) beginnen, dann erst kritisieren.
b) Ich lasse zwei vorher bestimmte Schüler die Aufgabe am PC schreiben [anderthalb Zeilen Abstand, Rand, Zeilenzählung], bekomme sie rechtzeitig und drucke sie (ich habe Zugang zu unserer Druckmaschine). Diese beiden HA werden dann exemplarisch besprochen, die erste meistens viel intensiver als die zweite; die Schüler haben Gelegenheit, Bemerkungen zur jeweiligen HA festzuhalten.
Die Reihenfolge der besprochenen Aspekte ist hierbei festgelegt:
- Was ist richtig oder falsch, was fehlt?
- Wie ist die Arbeit aufgebaut? Ist eine Gliederung erkennbar?
- Welche bedeutsamen sprachlichen Mängel sind festzustellen?
Wenn wir etwas ganz neu einüben (Untersuchung der Zeitstruktur beim „Schimmelreiter“, Untersuchung der Bedeutung sprachlicher Bilder, Aufbau eines Gedichtes usw.), fertige ich eine „Musterlösung“ an, welche alle Schüler erhalten. Außerdem ist im Netz eine Sammlung vieler Lösungen in meinen beiden norberto42-Blogs (bei kulando und bei bloghof.net) zu finden.
Ich möchte die Schüler aber nicht nur auf meine Lösung festlegen und ermuntere sie, auch andere Lösungen heranzuziehen, d.h. ich versuche auch, sie zur intelligenten Suche (in der Bibliothek, im Netz) anzuleiten; das findet man in den Kategorien „Medien“, „Methodisches“ und „Wichtige Hilfsmittel“ in diesem kulando-Blog.
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