norberto42

Sind wir verpflichtet, unsern Irrtümern treu zu sein? (FN)

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Übungsdiktate für Kl. 9, 10 - 1. Teil

norberto42 | 26 Dezember, 2005 10:12

Diese Diktate sind vor einigen Jahren am Schreibtisch entstanden; die Texte entsprechen der Idee, dass man sich beim Training der Rechtschreibung an der Realität der Welt oder der des Unterrichts, nicht an den Regeln der Rechtschreibung orientieren soll.

Strafen - oder was sonst?
Erörtern - Handlungen vernünftig diskutieren;
Unsere Haut;
Hexenglaube und -verfolgung;
Die Bibel;
Wir machen zu viel Müll;
Empfängnisverhütung;
Armut in Entwicklungsländern;
Recht sprechen

Strafen - oder was sonst?
1 Bestraft wird jemand, der Unrecht getan und einem anderen Schaden oder Schmerzen zugefügt hat; bestrafen kann nur jemand, der stärker als der andere ist. Manchmal werden zu Unrecht oder in blindem Zorn harte Strafen verhängt.
2 Wer sich gegen einen Angriff wehrt, hat niemanden bestraft; Strafen werden erst nach einer Tat verhängt. Sie sollten mit Überlegung und im Hinblick auf das, warum ein Übeltäter etwas angerichtet hat, ausgesprochen werden. Wozu sind Strafen aber gut?
3 Wer Schaden oder Schmerz erlitten hat, will sich wahrscheinlich am Täter rächen. Vielleicht handelt er nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Wenn ich leide, soll es dem andern nicht besser ergehen! Er stellt so sein Selbstbewusstsein wieder her.
4 In früheren Zeiten, als es noch die Blutrache gab, handelte man mit Rücksicht auf die Kraft der Sippe: Wenn unsere Sippe durch Mord einen Mann verloren hat, soll die andere zum Ausgleich im selben Maß geschwächt werden.
5 Man hat seit alters versucht das Bestrafen zu rechtfertigen und seinen Zweck zu erklären: Die gültige Rechtsordnung solle wieder hergestellt werden; wenn der Täter seine Schuld sühnt, gewinne er seine verlorene Menschenwürde wieder.
6 Andere Rechtfertigungen besagen, dass durch Strafandrohung mögliche Täter abgeschreckt werden, ihren Plan auszuführen; auch solle der Täter gebessert werden. Wer eingesperrt ist, kann außerdem die normalen Bürger nicht bedrohen.
7 Ob Verbrechen durch harte Strafen verhindert oder die Täter sich dadurch bessern, kann überprüft werden; nach ruhiger Untersuchung wird man zu dem Ergebnis kommen, dass eine Strafe diese Zwecke in der Regel nicht erreicht.
8 Man hat zum Beispiel überprüft, welchen Erfolg die Urteile von Jugendrichtern haben: Hören Jugendliche eher auf die Anweisungen von strengen oder von milden Richtern? Werden sie nach einer Freiheitsstrafe eher rückfällig als ohne eine solche?
9 Die Untersuchungen sprechen dafür, von harten Strafen abzusehen; außerdem ist das für die Gesellschaft billiger, als wenn man Menschen ins Gefängnis steckt. So bleibt die Resozialisierung das einzige Ziel, das mit einer Strafe verfolgt werden kann.
10 Resozialisierung heißt: einen Menschen sich so verändern lassen, dass er wieder in unserer Gemeinschaft leben kann, ohne von den Normen stärker als üblich abzuweichen. Wie man das aber durch Strafe erreichen könnte, ist ein Geheimnis.
11 An die Opfer von Verbrechen hatte bisher kaum jemand gedacht. 1995 hat der Gesetzgeber deshalb etwas Neues erfunden, was sowohl dem Täter wie auch dem Opfer helfen soll: das Verfahren des Täter-Opfer-Ausgleichs, abgekürzt TOA.
12 Ob dieses Verfahren an Stelle eines Strafverfahrens eingeleitet wird, entscheidet der Staatsanwalt; Sinn des TOA ist es, die beiden zerstrittenen Parteien einander näher zu bringen [näherzubringen], statt sie in einem Prozess endgültig zu trennen.
13 Für den Täter ist es wichtig, dass er sich außergerichtlich mit dem Opfer einigt und dann nicht bestraft wird; außerdem senkt der Geschädigte meistens seine Ansprüche auf Schmerzensgeld, wenn der Täter sich ihm persönlich gestellt hat.
14 Noch wichtiger aber ist der Ausgleich mit dem Täter für das Opfer; es erfährt, was der Täter für ein Mensch ist und wie er dazu gekommen ist, sein Opfer zu berauben oder zu misshandeln. Dadurch kann ein Opfer seinen Schock besser verarbeiten.
15 Bei diesen Gesprächen tritt ein Psychologe oder Sozialpädagoge als Vermittler auf, der gelernt hat, Streit zu schlichten; er muss auch darauf achten, dass das Opfer in den Gesprächen nicht benachteiligt wird.
16 Gerade für Streitigkeiten zwischen Nachbarn oder Eheleuten ist es wichtig, dass man wieder miteinander leben kann; hier kann der Täter-Opfer-Ausgleich einen Neuanfang bedeuten. Insgesamt scheint das Verfahren erfolgreich angewandt zu werden.

Erörtern - Entscheidungen vernünftig diskutieren
1 Erörtern kann man das, was zur Entscheidung steht. Es wird hier vorausgesetzt, man könnte Handlungen tatsächlich vernünftig diskutieren, also dabei nicht nur eigene Ziele verteidigen, sondern allgemein plausibel Argumente prüfen.
2 Die erste Frage ist die, über welche Alternativen diskutiert wird. Angenommen, es würde die Frage erörtert, ob ein Lehrer mit einer 10. Klasse während der Schulzeit ins BIZ (Berufsinformationszentrum) fahren soll oder nicht.
3 Man kann eine Handlung nur erörtern, wenn man sie in ihrem Zusammenhang sieht; dieser Zusammenhang soll bei einer Erörterung bedacht werden. Geprüft werden der Zweck, der voraussehbare Erfolg und die Kosten einer Entscheidung.
4 Wozu soll eine Fahrt ins BIZ gut sein? Sollen die Schüler auf eine Berufsentscheidung vorbereitet werden? Sollen sie die Scheu vor dem BIZ verlieren und sehen, wie es da zugeht? Oder geht es ihnen eher um einen schönen Ausflug?
5 Wird das Ziel durch die Fahrt voraussichtlich erreicht? Die Frage nach dem Erfolg ist vorher nicht mit Sicherheit zu beantworten; man kann dafür nur auf Erfahrungen in ähnlichen Fällen, also auf andere Beispiele zurückgreifen.
6 Selbst wenn das Ziel voraussichtlich erreicht wird, heißt das nicht, dass man auch fahren soll; denn es fällt immerhin ein Tag Unterricht dafür aus, vielleicht wird auch Kursuntericht dadurch gestört. Allgemein formuliert: Es entstehen Kosten.
7 Deshalb sollte man Alternativen zur Fahrt prüfen: Kann man das Ziel auf anderen Wegen erreichen, falls der Erfolg der Fahrt fragwürdig ist? Kann man es bei gleichen Erfolgsaussichten „billiger“ erreichen, indem ein Berufsberater in die Schule kommt?
8 Wenn man die Erfolgsaussichten und die Kosten gegeneinander abwägt, kann man die geplante Aktion und ihre Alternativen bewerten. Welche Lösung ist erfolgreicher, einfacher, billiger? Sind die Nutznießer auch an den Kosten beteiligt?
9 Das heißt in unserem Fall: Wenn es tatsächlich um eine Berufsentscheidung geht, könnte die Klasse ja auch außerhalb der Schulzeit ins BIZ fahren; die Schüler profitieren von dem Besuch, also könnten sie auch ihre Freizeit dafür opfern.
10 Erörterungen stehen unter den Voraussetzungen,
a) dass man nicht alle guten Ziele verwirklichen kann, weil die Mittel des Handelns und unsere Zeit begrenzt sind;
b) dass es meist mehrere Wege gibt, um ein Ziel zu erreichen.
11 Da die Wege zum Ziel nicht gleich gut oder gleich teuer sind, muss entschieden werden, welcher Weg gewählt werden soll. Diese Entscheidung soll möglichst alle Gesichtspunkte berücksichtigen, welche für die Beteiligten von Bedeutung sind.
11 Eine Diskussion der Ziele, der Wege und der Kosten kann nicht nur mit Reden in einem Plenum, sondern grundsätzlich von jedem Sachkundigen in Gedanken geführt werden. Eine solche Diskussion nennt man eine Erörterung.
12 Viele „Erörterungen“ sind in Wahrheit nur geschickt inszenierte Überredungsversuche. Es ist allerdings schwer, sich von Vorurteilen frei zu machen [freizumachen] oder von seinen eigenen Interessen abzusehen; doch sollte dies in der Erörterung zumindest versucht werden.
13 Wie bei jedem Aufsatz ist es sinnvoll, sich vorher zu überlegen, welche Gesichtspunkte man behandeln wird; man sollte also zuerst Gedanken sammeln, dann eine Gliederung anfertigen und danach erst zu schreiben beginnen.
14 Eine Auflistung von Gründen „pro und contra“ ist zu einfach, weil dann Unterschiede und Bedeutung der Aspekte nicht beachtet werden. Man kann nur Ziele mit Zielen, Wege mit Wege und Kosten mit Kosten vergleichen. Zum Schluss muss man urteilen.
15 Wie kann man die Erörterung einleiten? Die zu erörternde Frage erwächst aus einer bestimmten Situation, in der man merkt, dass einem etwas fehlt oder dass etwas schiefgeht. Manchmal gibt es einen aktuellen Anlass für die Frage.
16 Vermeide im Aufsatz möglichst die analytischen Begriffe „Ziele“, „Kosten“ usw. - umschreibe sie mit normalen Worten! In der Zusammenfassung kann man sie aber verwenden: „Überblickt man die Kosten dieses Unternehmens, dann sieht man...“

Unsere Haut
1 Wir können uns in unserer Haut wohlfühlen; mit dieser Redewendung unterscheiden wir uns selbst von der Haut. Unsere Haut schirmt den Körper gegen die Umwelt ab und verbindet uns in einem mit ihr; wir fühlen das, was uns von außen berührt.
2 Die Haut ist unser größtes Organ; sie schützt den Körper gegen Fremdstoffe, verhindert sein Austrocknen, scheidet Wasser und Salze ab und regelt die Körpertemperatur. Gleichzeitig werden Blut und Fett in ihr gespeichert.
3 Die Haut besteht aus drei Schichten. Die Oberhaut ist so dünn wie ein Blatt Papier; sie besteht fast nur aus Deckgewebe; in ihr bilden sich ständig von unten neue Zellen, die zur Oberfläche hin abgedrängt werden, verhornen und absterben.
4 Die Finger- und Zehennägel sind Bildungen der Oberhaut. Sie schützen die empfindlichen Finger- und Zehenspitzen; mit den Fingernägeln kann man wie mit einer Pinzette kleine Gegenstände ergreifen. In der Oberhaut wurzeln die Haare.
5 Die Lederhaut enthält zahlreiche Blutgefäße sowie Nerven- und Muskelzellen; sie ist der zähe Schutzmantel des Körpers. Sie regelt die Wärmeabfuhr und ist das am weitesten ausgedehnte Sinnesorgan.
6 Die Unterhaut ist die dickste der drei Hautschichten. In ihr wird Nahrung gespeichert; sie dient außerdem als Isolierschicht und als Stoßdämpfer. Insgesamt ist die Haut etwa 7 bis 9 Millimeter dick.
7 Von einem anderen Menschen nehmen wir außer der Kleidung die Haut wahr; wir achten darauf, ob die Haut rein oder unrein ist. Wer gebräunt ist, wirkt dynamisch und sportlich; Schweiß und Körpergeruch können einen Menschen kennzeichnen.
8 Wenn Bakterien in die Haut gelangen und Zellen schädigen, wird die Stelle stärker durchblutet; mit dem Blut werden weiße Blutkörperchen herangeführt, welche die Bakterien bekämpfen und mit ihnen zu Eiter werden. Es entsteht ein Pickel.
9 Aus Gründen der Gesundheit und der Schönheit soll man seine Haut pflegen; Vorstellungen von Schönheit sind gesellschaftlich bedingt und vertragen sich leider nicht immer mit dem, was für unsere Haut gesund ist.
10 Sonnenbäder sollen anfangs nicht länger als zehn Minuten dauern; auch wenn man bereits gebräunt ist, soll man die Haut höchstens eine halbe Stunde der Sonnenstrahlung aussetzen. In jedem Fall soll man Sonnenschutzmittel verwenden.
11 Am besten duscht man morgens kurz, zuerst warm, dann kalt; wer eine trockene Haut hat, soll nicht viel Seife benutzen. Nach dem Waschen muss die Haut mit mehr oder weniger fetthaltiger Creme eingerieben werden.
12 Seine Haare sollte man mindestens einmal pro Woche mit einem Shampoo waschen. Manche Frisuren sind so verfilzt, dass man die Haare praktisch nicht mehr waschen kann; hier steht man wieder vor der Frage, wie wichtig einem das Aussehen ist.
13 Auch unsere Ernährung ist für die Haut wichtig; Gemüse und Obst, Milch oder Milchprodukte sind gut für die Haut. Scharfe Gewürze, Schokolade, fettes Fleisch sollte man meiden, wenn die Haut zur Bildung von Mitessern und Pusteln neigt.
14 So seltsam es klingt, man sollte seiner Haut ein guter Freund oder eine gute Freundin sein; sie hat ihre Eigenheiten, aber man kann gut mit ihr auskommen und sich auf sie verlassen. Aufmerksamkeit und kleine Geschenke erhalten auch hier die Freundschaft.

Hexenglaube und -verfolgung
1 Das Wort „Hexe“ ist vom althocheutschen Wort „hagzissa“ oder „hagazussa“ abgeleitet; es bezeichnete einen weiblichen Geist, der sich auf Zäunen oder Hecken aufhält. Seit dem späten Mittelalter wurden manche Frauen so benannt.
2 Die Hexe hatte angeblich mit dem Teufel einen Bund geschlossen und verkehrte auch geschlechtlich mit ihm; sie hatte den christlichen Glauben aufgegeben, konnte zaubern, durch die Luft fliegen und sich in ein Tier verwandeln.
3 Ähnliche Vorstellungen finden sich bei vielen alten Völkern; die Schamanen waren Medizinmänner, deren Seele angeblich den Körper verlassen konnte und mit den Geistern Kontakt aufnahm; dabei verwandelten sie sich manchmal in Tiere.
4 Auch gibt es weltweit den Glauben an Magie: Man könne die Ereinisse in der Welt beeinflussen, wenn man sie im Modell vorwegnimmt; dahin gehört der Jagdzauber vieler Völker, welche auf ein Bild schießen, um dadurch später das Tier zu erlegen.
5 Im Alten Testament gibt es das Gebot: „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.“ Was aber eine Hexe ist und woran man sie erkennen kann, ist dort nicht gesagt. Eine Hexe diente aber sicher fremden Göttern, den sogenannten Götzen.
6 Auch der christliche Apostel Paulus nennt Götzendienst und Zauberei unter den bösen Werken. Wer so etwas betreibe, könne nicht Christ sein. Hexenglaube hat hier mit der Konkurrenz zu tun, in der verschiedene Religionen zueinander stehen.
7 Das mag auch im späten Mittelalter einer der Gründe gewesen sein, dass der Hexenglaube sich ausbreitete; an vielen Orten erwachten damals religiöse Begeisterung und eine Frömmigkeit, welche innerhalb der christlichen Kirche keine Heimat mehr fanden.
8 Wesentlich ist auch die Vorstellung, Hexen könnten einen Schadenszauber durchführen; damit haben Menschen eine Erklärung dafür gefunden, wenn sie von einem unerwarteten Schaden getroffen werden: Eine Hexe hat es getan.
9 Frauen, die irgendwie auffielen, konnte man leicht als Hexen „erkennen“; sie wurden gefoltert und gestanden oft ihre Verfehlung. Wenn sie aber selbst unter der Folter nichts gestanden, sah man erst recht, dass sie mit dem Teufel im Bunde standen.
10 Die katholische Kirche hat diesen Hexenglauben offiziell vertreten; Papst Innozenz VIII. hat 1484 mit einem Schreiben die Hexenverfolgung durch Dominikanermönche gebilligt. Die kirchliche Inquisition war ein Glaubens- und Hexengericht.
11 Das Deutsche Reich belegte 1532 von Staats wegen alle Hexerei mit dem Feuertod. Jahrelang blühte die Verfolgung unschuldiger Frauen; auch evangelische Theologen beteiligten sich an der Verbreitung des Aberglaubens.
12 Es gab jedoch auch aus christlichem Geist Widerstand gegen die Hexenprozesse; aber erst Christian Thomasius, ein aufgeklärter Jurist, entzog mit seiner Doktorarbeit von 1701 dem Hexenglauben den Boden.
13 Im 18. Jahrhundert hörten dann die Hexenprozesse schnell auf, als aufgeklärte Fürsten sie verboten; aber die Vorstellung, dass man durch Zauber andere schädigen oder dass die Seele den Körper verlassen kann, lebt als Aberglaube fort.

Die Bibel
1 Das Wort „Bibel“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet einfach „das Buch“, das Buch schlechthin. Die Bibel ist die Heilige Schrift der Christen. Viele Religionen besitzen heilige Schriften; so wird im Islam der Koran als Buch der Offenbarung verehrt.
2 Die christliche Bibel besteht aus zwei Teilen, aus dem Alten und dem Neuen Testament. Das Alte Testament ist die Heilige Schrift der Juden; weil das Christentum aus dem Judentum hervorgegangen ist, hat es dessen Bibel übernommen.
3 Das Alte Testament enthält zunächst Bücher, in denen die Geschichte des Volkes Israel aus dessen Sicht erzählt wird; das Volk Israel hat sich so verstanden, dass es unter der besonderen Führung und Sorge seines Gottes Jahwe steht.
4 In Israel hat es eine Reihe von Propheten gegeben, welche die Zustände im Land und die Handlungen der Menschen aus Gottes Sicht kommentierten; einige von ihnen waren mit Volk Israel unzufrieden und haben ihm heftige Vorwürfe gemacht.
5 Neben den geschichtlichen und den prophetischen Büchern gibt es im Alten Testament noch lehrhafte Schriften; in ihnen sind Lebensregeln, Weisheitssprüche und auch Gebete aufgezeichnet und überliefert worden.
6 Im 6. vorchristlichen Jahrhundert war ein Teil des jüdischen Volkes von den Babyloniern verschleppt worden; im Exil hielten die Juden an ihren Bräuchen und ihrer Religion fest, wie sie in ihren heiligen Büchern aufgezeichnet war.
7 Auch als die Juden später von den Römern unterworfen und aus Jerusalem vertrieben wurden, konnten sie nur Juden bleiben, wenn sie sich auf ihre Bibel stützten; so ist das Judentum im besonderen Maß eine Religion des Buches geworden.
8 Für die Christen war das Alte Testament zunächst die einzige Bibel; sie lasen es nur mit anderen Augen und fanden darin die Bestätigung des Christusglaubens. Besonders der bekehrte Jude Paulus hat sich häufig auf „die Schrift“ berufen.
9 Daneben hatten die Christen eigene Schriften: Apostelbriefe, Erzählungen vom Leben Jesu, eine Geschichte von der Entstehung der Kirche (Apostelgeschichte) und ein prophetisches Buch, die Geheime Offenbarung des Johannes.
10 Diese Schriften lasen sie nicht nur in ihrer Freizeit, sondern auch im Gottesdienst am Sonntag wurde aus ihnen vorgelesen. So gewannen diese Schriften im Lauf der Zeit an Bedeutung; sie wurden Bibel, neue Bibel - das Neue Testament.
11 Die christliche Religion breitete sich im Römischen Reich aus und auch die Germanen wurden später zum Christentum bekehrt; so wurde die Bibel das Buch Europas. Deshalb kann man viele europäische Romane und Gedichte nicht verstehen, wenn man die Bibel nicht kennt.
12 Von keinem einzigen Buch der Bibel haben wir noch das Original; es gibt nur Abschriften von Abschriften von Abschriften. Wenn man diese verschiedenen Abschriften miteinander vergleicht, kann man einen Urtext rekonstruieren.
13 Das Alte Testament ist weitgehend in hebräischer, das Neue in griechischer Sprache abgefasst. Wer sich also kompetent über die Bibel äußern will, muss eigentlich beide Sprache beherrschen und sich auch in der Geschichte auskennen.
14 Auch Menschen, die nicht dem Christentum angehören, kann die Bibel eine anregende oder tiefsinnige Lektüre bieten; das Gleichnis vom verlorenen Sohn und andere Geschichten Jesu sind immer noch eindrucksvoll.
15 Andererseits ist die Bibel ein altes Buch, das uns in vielen Einzelheiten fremd und unverständlich ist. Die Wissenschaft von der Bibelerklärung wird an Universitäten gelehrt; ob es jedoch das eine richtige Verständnis der Bibel gibt, ist umstritten.

Wir machen zu viel Müll (zur Sache vgl. http://www.fluter.de/de/121/thema/11480/)

1 Wenn man Geräte herstellt, bleiben vom Material Reste übrig. Äpfel oder Kartoffeln isst man nicht so, wie sie gewachsen sind; man schält sie vorher. Unser Körper verwertet nicht die ganze Nahrung. Abfall ist alles, was man nicht brauchen kann.
2 Abfälle und Müll gibt es also, seitdem Menschen leben und arbeiten; bereits in der Antike hat es in den großen Städten Probleme mit der Abfallbeseitigung gegeben. Hätte man sie nicht gelöst, wären die Städte im Sumpf erstickt.
3 Heute produzieren wir aber wesentlich mehr Abfälle als unsere Vorfahren. Pro Kopf der Bevölkerung fällt allein in Deutschland rund 400 kg Hausmüll jährlich an; in den Vereinigten Staaten ist es fast doppelt so viel.
4 Aber auch in der Industrie, in den Krankenhäusern und beim Bauen entstehen so viele Abfälle, dass wir Deutschen jährlich einen Müllberg von der Höhe des Montblanc erzeugen; der ist mit 4800 Metern der höchste Berg Europas.
5 Es gibt verschiedene Methoden, den Müll zu beseitigen, falls er nicht einfach irgendwo am Straßenrand weggeworfen wird. Früher hat man den Müll auf einen großen Haufen gekippt, also eine Müllhalde oder -deponie angelegt.
6 Aus Müllhalden sickern giftige Abwässer in den Boden; deshalb sucht man heute dafür Plätze, deren Untergrund aus einer Tonschicht besteht, welche kein Wasser durchlässt. Im Innern der Halden bilden sich unvermeidlich giftige Gase.
7 Reiche Länder exportieren daher ihren Müll gegen Bezahlung in arme Länder und trennen sich so von ihren Abfällen. Dass wir so unsere Müllprobleme nicht lösen können, sieht man an der früheren DDR; heute gehört uns der dorthin exportierte Müll wieder.
8 Für die radioaktiven Abfällen weiß man, wie schwierig eine sichere Lagerung auf Dauer ist; diese Abfälle müssen einerseits gekühlt werden, anderseits halten ihre Behälter nicht ewig. Auch die Lagerung in Salzstöcken ist nicht absolut sicher.
9 Eine scheinbar billige Art, seinen Müll loszuwerden, bestand lange Zeit darin, ihn ins Meer zu kippen. Dadurch wird aber nicht nur der Sauerstoffgehalt des Meeres verringert, es wird auch das Wasser versucht und Fische werden geschädigt.
10 Weil andere Methoden der Beseitigung versagen, scheint es am vernünftigsten zu sein, den Müll zu verbrennen; dadurch wird nicht nur Abfall zu brauchbarer Schlacke verarbeitet, sondern es entsteht auch Wärme, die man nutzen kann.
11 Bei der Verbrennung werden aber Stoffe nicht einfach vernichtet, sondern umgewandelt; es entstehen giftige Gase und zum Teil auch Dioxin, das noch in kleinsten Mengen tödlich ist. Die Gifte gelangen in die Luft, in den Boden und so in die Nahrung.
12 Überblickt man die ganzen Versuche, mit dem Müll fertig zu werden, dann bleibt nur eine Einsicht: Wir müssen darauf achten, dass möglichst wenig Müll entsteht. Es gibt verschiedene Wege, auf denen man dieses Ziel erreichen kann.
13 Der erste Weg besteht darin, Material zu verwenden, das nach einiger Zeit wieder verrottet. Deshalb ist etwa Spielzeug aus Holz besser als solches aus Plastik, und etwas in Papier einzupacken ist besser, als eine Folie zu nehmen.
14 Der zweite Weg heißt: möglichst wenig Verpackungsmaterial anfallen lassen; so kann man Milch und andere Getränke in Flaschen abfüllen, die man zurückgeben und wieder benutzen kann. Dosen aus Aluminium belasten dagegen die Umwelt dauerhaft.
15 Schließlich kann man gebrauchte Materialien oft wieder verwenden, statt sie wegzuwerfen. Wenn man aus den Bestandteilen gebrauchter Geräte gleiche Stoffe aussortiert, kann man sie wieder einschmelzen und verwerten.
16 Viele Firmen verdienen an der Produktion des Abfalls, doch unser aller Leben wird dadurch belastet. Es genügt auf die Dauer nicht, Müll richtig zu sortieren; so große allgemeine Aufgaben wie die Müllvermeidung muss der Gesetzgeber anpacken.

Empfängnisverhütung
1 Heute gilt es als eine Binsenwahrheit, dass ein Kind nur gut versorgt wird und unbeschwert aufwachsen kann, wenn es von seinen Eltern bejaht wird; ein Kind, das bloß eine Belastung darstellt, wird dies auch zu spüren bekommen.
2 Aber auch in unserem eigenen Interesse schützen wir uns vor einer ungewollten Schwangerschaft - wir können es zumindest und wir sollten es auch tun; es gehört allerdings eine Portion Selbstkontrolle zu einer sicheren Empfängnisverhütung.
3 Wenn im Körper einer Frau eine Eizelle herangereift ist und mit einer Samenzelle verschmilzt, wird die Frau schwanger. Die befruchtete Eizelle beginnt sich zu teilen und wandert zur
Gebärmutter; dort nistet sie sich ein.
4 Es gibt verschiedene Methoden, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Wenn man überlegt, welche für einen selber in Frage kommt, muss man ihre Sicherheit, die einfache Handhabung und mögliche Nebenwirkungen abwägen.
5 Die der Idee nach einfachste Methode besteht darin, die Reifung der Eizelle zu verhindern; dies erreicht man, indem bestimmte Hormone dem Körper der Frau zugeführt werden. Auf diesem Prinzip beruht die Pille in all ihren Formen.
6 Der Vaginalring vereinfacht diese Idee, indem er die Hormone Östrogen und Gestagen ständig in kleinen Mengen abgibt. Die Hormone gelangen nicht mehr über den Körper, sondern direkt in die Scheide; dadurch werden Nebenwirkungen der Pille umgangen.
7 Eine andere Methode der Verhütung besteht darin, das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle zu verhindern. Das Kondom ist die bekannteste Form dieser Art; es wird über das steife Glied geschoben und fängt den Samen auf.
8 Außerdem bietet es den Vorteil, dass es eine Übertragung von Geschlechtskrankheiten oder Aids verhindert; es kann auch zusammen mit anderen Verhütungsmethoden benutzt werden. Vor dem Ernstfall sollte man geübt haben, wie man es verwendet.
9 Auf der gleichen Idee wie das Kondom beruht das Diaphragma, das die Frau sich einsetzt; es muss jedoch in einer Arztpraxis oder einer Stelle für Familienplanung angepasst werden, damit es die richtige Größe hat und wirksam ist.
10 Eine Reihe von Verhütungsmethoden beruht auf der Idee, dass der Samen in der Scheide abgetötet wird; dies erreicht man mit Zäpfchen oder Cremes, die in die Scheide eingeführt werden und in denen entsprechende chemische Mittel enthalten sind.
11 Bei eine Reihe von Methoden muss man die Scheidentemperatur der Frau messen, um so den Tag des Eisprungs zu ermitteln; einige Tage vorher und am Tag selber verhindert man eine Schwangerschaft durch sexuelle Enthaltsamkeit.
12 Mit der Spirale werden einerseits die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit gehemmt, so dass sie den Eileiter nicht erreichen; anderseits wird durch Reizung der Gebärmutter verhindert, dass ein befruchtetes Ei sich einnistet.
13 Wenn ein Junge oder Mann verspricht „aufzupassen“, das heißt, sich vor dem Samenerguss zurückzuziehen, sollte man das nicht als zuverlässige Empfängsnisverhütung ansehen; auch schon vor dem Erguss kann nämlich Samen aus dem Glied austreten.
14 Die sicherste Methode der Verhütung ist die Sterilisation; bei der Frau werden die Eileiter oder beim Mann die Samenleiter durchtrennt. Da dies eine radikale Entscheidung ist, kommt sie eher für ältere Paare in Betracht.
15 Man sollte sich über die Vor- und Nachteile aller Verhütungsmethoden gut informieren und sie mit seinem Partner besprechen. Der Glaube, dass es schon gut gehen wird, ist zu oft enttäuscht worden, als dass man sich darauf verlassen sollte.

Armut in Entwicklungsländern
1 Unter Entwicklungsländern verstehen wir Länder, die gegenüber uns in der wirtschaftlichen Entwicklung zurückgeblieben sind und diese nachholen wollen: mehr Waren produzieren, mehr Geld verdienen, mehr Nahrungsmittel erzeugen, weniger Kinder haben.
2 Zwischen den Entwicklungsländern gibt es aber große Unterschiede: In den einen leben viele Menschen so, dass sie jeden Tag hungern; in den anderen werden fast die gleichen Maschinen wie in unseren Fabriken eingesetzt.
3 Sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern gibt es Zentren und Randgebiete. Die Zentren sind Industriegebiete; in ihnen wohnen viele Menschen, dort findet man die herrschende beziehungsweise die Oberschicht.
4 Die Randgebiete geben billige Arbeitskräfte ab, liefern Rohstoffe und beziehen teure Waren aus den Zentren; sie sind von diesen wirtschaftlich abhängig. Auch die Entwicklungsländer haben Zentren, aber kleinere als andere Staaten.
5 Zwischen den Zentren der Industrie- und der Entwicklungsländer bestehen enge Beziehungen; insgesamt kann man die Entwicklungsländer als die Randgebiete der Industrieländer begreifen. Das ist ein vereinfachtes Modell der Welt.
6 Dieses Modell zeigt aber auf, dass wir Europäer vom Bestand und das heißt von der Armut der Entwicklungsländer profitieren. Die Preise unserer Waren steigen stärker als die Preise der Rohstoffe, welche wir aus den Entwicklungsländern kaufen.
7 In den Entwicklungsländern gibt es weitere Ursachen dafür, dass sie insgesamt ärmer werden. Was am Export verdient wird, kommt zumeist nur einer kleinen Oberschicht zugute; die Bevölkerung wächst auch oft schneller als die Wirtschaft.
8 Viele Kinder zu haben ist für die einzelne Familie von Nutzen; Kinder sind Arbeitskräfte und zugleich die Altersversicherung für die Eltern. Was für die einzelne Familie gut ist, ist aber für das Land insgesamt schlecht.
9 In Notlagen müssen sich die Menschen auf die Hilfe verlassen, die sie von ihrer Familie oder ihrem Stamm erhalten; der einzelne sorgt nicht für sich selber und der Staat ist zu schwach, als dass er Versorgungssysteme aufbauen könnte.
10 Es bestehen weitere wirtschaftliche und politische Probleme in den Entwicklungsländern: Auch wo formell Demokratien eingerichtet sind, können die Menschen ihre Rechte kaum wahrnehmen, weil viele arm sind und nicht lesen können.
11 Alle Entwicklungsländer sind hoch verschuldet; sie haben ihre Importe mit Krediten finanziert. Die dort erzielten Gewinne werden von internationalen Konzernen abgebucht; die reichen Bürger der Entwicklungsländer legen ihr Geld oft im Ausland an.
12 Wenn aber erst einmal Schulden entstanden sind, haben die Entwicklungsländer praktisch keine Chance, wieder davon loszukommen. Sie können nur mit neuen Krediten die Schulden tilgen und geraten noch tiefer in Abhängigkeit.
13 Die Probleme der Dritten Welt sind auch unsere Probleme, weil einmal viele dieser Menschen ihrem Elend entfliehen wollen; zweitens wird das Weltklima belastet, wenn die Regenwälder abgeholzt werden und die Wüsten sich ausdehnen.
14 Schließlich sind wir Weißen insgesamt diejenigen, die auf Kosten der Menschen in der Dritten Welt gut leben. Dass die Ausgebeuteten und Hungernden unsere Mitmenschen sind, ist eine ethische Einsicht jenseits von Nutzen und Schaden.
15 Die Entwicklungspolitik scheint vor unlösbaren Aufgaben zu stehen. Es genügt jedenfalls nicht, Brötchen nach Afrika zu schicken, weil dadurch die Abhängigkeit verewigt würde; wie eine Hilfe zur Selbsthilfe aussehen kann, ist umstritten.

Recht sprechen
1 Unsere Rechtsprechung beruht auf der Gewaltenteilung: Die drei staatlichen Gewalten sind nicht in einer Hand vereinigt, sondern auf verschiedene Ämter und Personen aufgeteilt. Wer Gesetze macht, wendet sie nicht an und spricht auch nicht Recht.
2 Niemand darf also dem Richter Anweisungen geben, wie er zu urteilen hat; der ist unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Durch ein juristisches Studium und mehrere Prüfungen hat er die Befähigung zum Richteramt erlangt.
3 Streitigkeiten zwischen Bürgern werden in einem Zivilprozess entschieden, wenn die beiden Parteien sich nicht einigen können. Der Prozess beginnt damit, dass schriftlich vor dem zuständigen Gericht Klage erhoben wird.
4 Das Gericht bestimmt dann einen Termin, an dem die Streitsache mündlich verhandelt wird. Wichtig ist hierbei, dass vom Gericht nur die Dinge berücksichtigt werden, welche die Parteien vorbringen; das Gericht stellt keine Ermittlungen an.
5 Einfache Fälle werden vor dem Amtsgericht, schwierigere vor dem Landesgericht verhandelt. Gerichtsstand ist normalerweise der Wohnsitz des Schuldners; der Kläger muss sich an das Gericht des Beklagten wenden.
6 Wenn das Verfahren nicht durch einen Vergleich abgeschlossen wird, ergeht ein Urteil. Entweder wird die Klage abgewiesen oder der Beklagte verurteilt. Wenn gegen das Urteil nicht Berufung eingelegt wird, wird es rechtskräftig.
7 Grundsätzlich muss der Verlierer die Prozesskosten tragen. Damit aber auch arme Bürger eine Chance vor Gericht haben, können sie Prozesskostenhilfe beantragen; wenn sie keinen Anwalt bezahlen können, gibt es eine kostenlose Rechtsberatung.
8 Neben dem Zivilprozess gibt es den Strafprozess. Er entsteht aus dem Recht des Staates, bestimmte Vergehen von sich aus zu verfolgen und zu bestrafen; so soll der Rechtsfrieden gewahrt und der Täter zur Einsicht gebracht werden.
9 Der Staatsanwalt oder die Polizei ermitteln gegen einen Verdächtigen, wenn Anzeige erstattet wird oder der Verdacht einer strafbaren Handlung besteht. Es müssen hierbei aber auch Fakten berücksichtigt werden, die den Verdächtigen entlasten.
10 Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, bekommt der Staatsanwalt die Unterlagen. Er entscheidet, ob Anklage erhoben wird; in diesem Fall verfasst er eine Anklageschrift. Das Gericht entscheidet, ob das Hauptverfahren eröffnet wird.
11 Im Hauptverfahren leitet der Vorsitzende die Verhandlung; er vernimmt den Angeklagten, die Zeugen und die Sachverständigen. Die Verhandlung ist öffentlich, genau wie beim Zivilprozess. Die Hauptverhandlung endet mit der Verkündigung des Urteils.
12 Grundsätzlich kann gegen ein Gerichtsurteil Berufung eingelegt werden, wenn jemand glaubt, dass ihm Unrecht geschieht; anderseits gibt es auch die Möglichkeit, das Prozessieren abzuschließen und ein Verfahren endgültig zu beenden.
13 Öffentlich-rechtliche Streitigkeiten werden vor dem Verwaltungsgericht ausgetragen; für Streit im Arbeitsverhältnis gibt es die Arbeitsgerichte. Außerdem gibt es die Sozial-, die Finanz- und die Verfassungsgerichtsbarkeit.
14 Wichtige Rechtsgebiete sind der Freiwilligen Gerichtsbarkeit zugewiesen: Fragen der Vormundschaft, Nachlasssachen, Eintragungen ins Grundbuch und die Führung verschiedener Register. Vielleicht sollte man hier besser von Rechtspflege sprechen.
15 Als Ziel der Rechtsprechung gilt es, Fälle gerecht zu entscheiden und den Streit friedlich zu beenden. Im Rechtsstaat wird vielleicht nicht immer „Gerechtigkeit“ gefunden; seinen Wert erkennt man aber, wenn man ihn mit Diktaturen vergleicht.
16 Die Idee der Gerechtigkeit kommt darin zum Ausdruck, dass im Grundgesetz ausdrücklich die Menschenrechte zur Grundlage des Zusammenlebens erklärt werden. Sie binden auch den Gesetzgeber, der vom Verfassungsgericht in die Schranken gewiesen werden kann.

Kommentare

Kommentar Icon

bla | 25.10.2009, 14:36

Eine Frage:

... der stärker als der andere ist.

Wird der "Andere" nicht groß geschrieben? Satz 1 bei Strafe oder was sonst

oder

Man hat seit "Alters"...

warum wird das alters im klein geschrieben?

Kommentar Icon "Eine Frage": die Antwort

N. T. | 25.10.2009, 15:33

1. Bei "der andere" denkt man sich ein Nomen ergänzt:
'Der andere [Mann] trug eine Sonnenbrille.'
2. "alters" ist ein Adverb, wie "gestern":
'seit gestern'
Das Nomen heißt "Alter":
'Im Alter wird die Haut trockener.'

Kommentar Icon Meine Denkweise

mandy774 | 13.12.2010, 15:14

...der andere (Mann) stimmt nur dann, wenn er im vorherigen Satz schon einmal erwähnt wurde.

Ich wünsche dir das Grüne von der Wiese.
das Grüne wird groß geschrieben, obwohl man sagen könnte:

Ich wünsche dir das grüne (Gras) von der Wiese!

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